Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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Schlußfolgerungen

Eine  Forderung  aber  muß  unbedingt  erhoben  werden,
  und  sie  entspricht  durchaus  unseren  Gedankengängen, ­
  nämlich:  für  gleiche  Leistungen  gleichen  Lohn,
d.h.  die  Frau  im  Erwerbsleben  soll  mit  allen  ihr  zu
Gebote  stehenden  Mitteln  danach  streben,  wenn  sie  dasselbe ­
  leistet,  wie  der  Mann,  auch  denselben  Verdienst
Zu  erzielen,  also  ihre  Arbeit  als  Tauschobjekt  gegen
eine  Zache  nicht  billiger  einzuschätzen,  als  die  gleiche
ñrbeit  des  Mannes,  sonst  macht  sie  aus  Unkenntnis,
Bescheidenheit,  kurz,  aus  Gefühlsmomenten  heraus,
einen  schlechten  Tausch,  und  das  ist  volkswirtschaftlich
nicht  vorteilhaft.
Direkt  schädlich  wäre  der  Eintritt  der  Frau  in  das
Erwerbsleben  allerdings,  wenn  dadurch  die  mittlere
Lebenshaltung  des  Volkes  herabgedrückt  würde,  aber
das  möchten  wir,  selbst  bei  den  heutigen  Entlohnungs-Verhältnissen,
  doch  verneinen.
Gewiß  wird  mancher  junge  Mann  gelegentlich  durch
bin  junges  Mädchen  im  Kontor,  im  Laden,  an  der
Post  verdrängt,  oder  besser  gesagt,  neu  sich  auftuende
stellen  werden  ihm  streitig  gemacht,  denn  es  handelt
şich  bei  dem  Wettbewerb  der  beiden  Geschlechter  meist
nicht  etwa  um  eine  Verdrängung  aus  alter  Position,
sondern  um  die  Besetzung  einer  neuen,  die  unsere  Entwickelung ­
  mit  sich  gebracht  hat.  wenn  sich  hier  der  Mann
bedrängt  fühlt,  so  ist  zweierlei  zu  berücksichtigen,
l.  daß  er  es  gewesen  ist,  der,  wie  schon  erwähnt,
bie  Frau  aus  vielen  ihrer  alten  häuslichen  Beschäftigungen ­
  gedrängt  hat.  wer  spinnt  und  webt  und  strickt
heute?  Der  Mann,'  denn  nicht  die  Mädchen  sind  es,
bie  die  Spindeln  bedienen,  sondern  die  Mannesarbeit,
àie  uns  die  modernen  Maschinen  herstellt,  wer  schafft
Ersatz  für  die  Talglichte,  die  die  Bäuerin  früher
            
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