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Sandik-Verein zu Berlin. 
Ein seit 1772 bestehender jüdischer Verein, dessen ursprünglicher Zweck 
dahin ging, aus der Mitte des Vereins armen Kindern Pathen zu be 
stellen ; jetzt aber das Interesse armer Wöchnerinnen verfolgt. Zu jeder 
Wöchnerin in der jüdischen Gemeinde, arm oder reich, werden zwei 
Büchsen, A. und B. bezeichnet, geschickt und bleiben einige Zeit bei 
derselben stehen. Die Büchse A. enthält eine Summe Geldes; der 
Schlüssel zu derselben wird jeder Wöchnerin eingehändigt, welche das 
in der Büchse befindliche Geld herauszunehmen hat, doch steht es ihr 
frei, das Geld entweder für sich zu behalten oder in die zweite mit B 
bezeichnete, versiegelte Büchse hineinzuthun, wohl auch dasselbe aus 
ihrem eigenen Vermögen zu vermehren. Die zweite Büchse bleibt ein 
volles Jahr mit dem Siegel der Anstalt verschlossen, damit nicht zu 
ersehen ist, welche Wöchnerin das Geld für sich behalten, welche das 
selbe in die zweite Büchse gethan oder aus eigenen Mitteln vermehrt 
hat. Im Jahre 1844 betrug das Kapital 5075 Thlr. und es wur 
den bei 128 Wöchnerinnen 32 Thlr. 7 Sgr. mehr eingenommen als 
ausgegeben. Vorsteher war im Jahre 1861 Banquier M. Meyer. 
S annem ann scheö Legat zu Magdeburg. 
Aus den Jahren 1724 —1732 herrührend. Kapital 716f Thlr. 
Von den Zinsen erhalten Arme aus der St. Jakobi-Gemeinde jährlich 
am 25. August Unterstützungen von je 71- Sgr. bis 15 Sgr. durch 
den ersten Prediger und den administrirenden Kirchen-Vorsteher. Außerdem 
sind für eine vorhandene Prediger-Wittwe jährlich 10 Thlr. und für 
die Prediger, den Küster und Todtengräber 51 Thlr. bestimmt. 
Satty, 
vormaliger Bürgermeister zu Paderborn und deffen Gattin geb. Lo 
co mb e bestimmten letztwillig, daß den katholischen Armen der Stadt 
Paderborn | ihres (76,940 Thlr. betragenden) Nachlasses zufließen 
solle. Aus den davon aufkommenden Zinsen sollen Arme, die sich 
eines frommen Lebenswandels befleißigen, und ohne ihr Verschulden in 
ihrem Nahrungsstande zurückgekommen sind, unterstützt werden. 
geb. Weidner 
Dorf-Gemeinde 
daß die Zinsen 
dürftigsten und 
Wittwe Sauer, 
zu Nen-Jäschwitz (Bunzlau) hinterließ (1863) der 
des genannten Ortes 100 Thlr. mit der Bestimmung, 
dieses Kapitals alljährlich zu Weihnachten an die bc- 
wurdtgsten Ortsarmen zu vertheilen sind. 
Sauermannsche Legate. 
Die I860 zu Aslan (Bunzlau) t Wittwe Sau er man n geb. Knoll 
etzte der Armenkasse m Aölau 100 Thlr. ans, deren Zinsen alljähr 
lich am Todestage der Stiftcrin (11. März) an 5 der ärmsten Be 
wohner von Aslau vertheilt werden sollen. Der evang. Schule in 
Aslau vermachte sie 100 Thlr., deren Zinsen zur Bezahlung des Schul 
geldes für arme Kinder verwendet; der dortigen evang. Kirche 200 
deren Zinsen zur einen Hälfte für die Reparatur der Thurm-
	        
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