fullscreen: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

Einfluß des Ganges der Besiedelung 
turnomaden eingetragen hat. Hunderte von Menschen, sagt 
der Historiker Turner, kann man finden, die nicht über 
50 Jahre alt sind, und die 5 oder 6 mal in ihrem Leben einen 
neuen Wohnsitz genommen haben. Da keinerlei Traditions- 
werte existieren, so stößt eine Umsiedelung auf keine innere 
Hemmung, und wenn sich an anderer Stelle bessere Aussichten 
bieten, so läßt man sich dort nieder, an einem Ort, der viel- 
leicht x000 Kilometer von dem früheren entfernt ist und 
von dem man bisher nicht einmal den Namen gewußt hat. 
Dies macht die ausgedehnte Reklame verständlich, die die 
amerikanischen Städte treiben, das Prunken mit ihren „oppor- 
tunities‘“ und die in Europa nur ein Analogon bei den Bade- 
orten und Erholungsstätten hat. Die Städte stehen unter ein- 
ander aber auch in einem Konkurrenzkampf und die Verände- 
rungen ihrer Einwohnerzahl sind ein recht gutes Kriterium 
für ihre wirtschaftliche Blüte oder Stagnation. Kann eine 
Stadt sich mit einer Verdoppelung ihrer Bewohnerzahl von 
einem Zensus zum andern brüsten, so wird sie eine besondere 
Anziehungskraft ausüben, da dann der Zustrom die Tendenz 
zur Selbstverstärkung in sich trägt. 
In den Vereinigten Staaten fallen auch jene Unterschiede 
im Wirtschaftsgeiste in sehr weitgehendem Maße fort, wie sie 
durch die Verschiedenheiten der Beschäftigung entstehen und 
in Europa zu der Gegensätzlichkeit von städtischer und länd- 
licher, von industrieller und agrarischer Wirtschaftsgesinnung 
geführt haben. Der amerikanische Farmer steht dem euro- 
päischen Industriellen weit näher als dem Bauern. Er ist mit
	        
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