Full text : Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Das Problem der Erfahrung.

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gleichmässig ausdehnt, bis er in seinem Werke „Le monde“ zu
ainer durchgreifenden und allumfassenden mechanischen Erklä-"ung
 des Kosmos fortschreitet. 45) Die Schriften, die sich aus
diesem Grundwerk allmählich entwickeln und abzweigen -— insbesondere
 die „Dioptrik“ und die „Meteore“ — geben ihm sodann
Gelegenheit, seine Erfahrungstheorie an einem konkreten Beispiel
darzustellen und zu bewähren; sie mochten es überflüssig erscheinen
 lassen, den Faden der abstrakten Untersuchung dort, wo er
in den „Regeln“ fallen gelassen worden war, von neuem aufzunchmen.
 So müssen denn diese Schriften genügen, um einc Anschauung
 der besonderen physikalischen Methodenlehre Descartes’
zu vermitteln; hält man sie mit den Andeutungen zusammen,
die der erste ausgeführte Teil der Regeln enthält, so sieht man
in der Tat, wie beides sich wechselseitig bestätigt und ergänzt. —
Intuition und Deduktion sind die Grundmittel des Geistes,
die der Beginn des Werkes als die ersten und unumgänglichen
Erfordernisse jedes echten Wissens hinstellt. Alle anderen Wege
müssen uns als verdächtig und trügerisch gelten; wo wir nicht
lie gleiche und unbedingie Evidenz, wie gegenüber den Objekten
der reinen Mathematik erlangen können, da sollen wir lieber von
aller weiteren Forschung ablassen, als uns der Gefahr aussetzen,
beständig in die Irre zu gehen. Denn besser ist es, überhaupt
auf die Ermitllung der Wahrheit verzichten, als ohne sichere
Melhode zu ihr gelangen zu wollen: wird doch der Geist, der im
Dunkeln zu wandeln gewohnt ist, nicht geübt, sondern geschwächt
and verwirrt, bis er die Sehkralt der Vernunft und des „nalürlichen
 Lichts“ gänzlich einbüsst. Wir dürfen somit unser Auge
auf keinen Gegenstand heften, der nicht unmittelbar von diesem
Quell aller Erkenntnis erleuchtet, der nicht durch nolwendige
rationale Vermitllung aus den ersten evidenten Grundlagen eingeschen
 werden kann. Alles Wissen muss von dem Einfachen
zum Zusammengesetzten, von den Ursachen zu den Wirkungen
[ortschreiten.%) Die Erfahrung vermag uns über die Natur
eines verwickelten und komplexen Vorganges niemals vollständig
aufzuklären; ist doch die Antwort, die sie zu erteilen vermag,
selbst mehrdeutig und bedarf erst der Erläuterung und der Interbretation
 durch den reinen Begriff.
Und dennoch ist es nicht das alte scholastische Ideal

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