106 Siebentes Buch. Drittes Kapitel.
Iconium lästigen Stechfliegen gleich um die matte Truppe.
Da löste sich im Rückmarsch die Ordnung; flüchtig, ohne be—
siegt zu sein, kehrte ein Zehntel der Deutschen nach Nicäa zurück;
der Mut der meisten war vernichtet, sie strebten der Heimat
zu. Es war ein schrecklicher, mit keinem erhebenden Moment
großen Unglückes ausgestatteter Untergang: und seine Zeugen
waren die Franzosen, deren frische Kraft soeben in Nicäa
anlangte.
König Konrad, selbst schwer verwundet, schloß sich ihnen
an; mitleidig übergab ihm König Ludwig den Befehl über
die deutschen Lothringer, die dem französischen Heereszuge ge—
folgt waren.
Nun hieß es von neuem vordringen. Man wählte den
Küstenweg; Weihnacht 1147 befand man sich in Ephesus. Hier
blieb König Konrad erkrankt zurück, um bald am griechischen
Hofe Genesung zu suchen; das Heer unter Ludwig zog weiter.
In den Pässen des Kadmosgebirges, die überschritten werden
mußten, wartete seiner der traurigste Anblick: hier war das
deutsche Fußvolk unter Otto von Freising und dem Grafen von
Lavantthal zersprengt worden; weite Strecken zeigten die
blutigen Spuren des Untergangs. Es waren Zeichen nahen
Kampfes auch für die Franzosen. Kaum waren sie in die
Pässe gedrungen, so wurden sie von türkischen Heerscharen
überfallen; es kam zu einem furchtbaren Kampfe, aus dem
König Ludwig nur mit Mühe sich selbst und einige Reste des
Heeres rettete (Januar 1148). Er floh zur Küste, und schiffte
sich mit dem besten Teile der noch Überlebenden nach Antiochia
ein: nicht mit rettendem Heere, mit pflegebedürftigem Gefolge
erschien er in den Staaten des heiligen Landes.
Sollten die Könige Deutschlands und Frankreichs nun
heimwärts ziehen, ein Spott der Gasse? König Ludwig sprach
es aus, daß Frankreich ihn niemals wiedersehen werde, er habe
zuvor seine Waffen siegreich zur Ehre Gottes geführt; und
König Konrad landete, wiederum gesundet, zur Osterzeit des
Jahres 1148 in Akkon und zog zu neuen Thaten in Jerusalem
ein. Hier verband er sich mit den Christen im Königreich