Object : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Pfefferöl

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Pflanzenwachse

sigkeiten  von  feinem  Pfefferminzgeruch  und  brennendem, ­
  hinterher  kühlendem  Geschmack,  der
aber  nicht  bitter  sein  darf.  Sie  drehen  die
Polarisationsebene  stark  nach  links  und  lösen
sich  in  verdünntem  Spiritus  auf.  Ihr  wichtigster ­
  Bestandteil  ist  das  zum  Teil  mit  Essigund
  Valeriansäure  veresterte  Menthol  und  das
zugehörige  Keton  Menthon.  Zum  Nachweise
der  zahlreichen  Verfälschungen  durch  Alkohol,
Terpentinöl,  ätherische  und  fette  Öle  bestimmt
man  die  physikalischen  Kennzahlen  und  in  besonderen ­
  Fällen  den  Mentholgehalt.  Pfefferminzöl ­
  dient  zur  Darstellung  von  Menthol,  Likören, ­
  Mundwässern  und  anderen  komestischen
Mitteln  sowie  zum  Einreiben  gegen  Zahnschmerzen ­
  und  Migräne.
Pfefferöl  (lat.  Oleum  piperis,  frz.  Essence  de
poivre,  engl.  Pepper  oil),  das  durch  Destillation
mit  Wasserdampf  aus  dem  schwarzen  Pfeffer
gewonnene  dünnflüssige,  farblose  bis  gelbgrüne
ätherische  Öl  hat  ein  spez.  Gew.  von  0,870  bis
0,916  und  riecht  stark  nach  Pfeffer,  zeigt  aber
einen  milden  Geschmack  und  dient  bisweilen
als  Zusatz  bei  der  Bereitung  bitterer  und  aromatischer ­
  Liköre.
Pfirsiche  (frz.  Pöches,  engl.  Peaches)  sind  die
Früchte  des  Pfirsichbaumes  Amygdalus  persica,
  der  in  Persien  heimisch,  schon  vor  alten
Zeiten  nach  Griechenland  und  Italien  und  dann
weiter  über  das  wärmere  und  gemäßigte  Europa
verbreitet  worden  ist.  In  Mitteldeutschland,  bis
wohin  der  Baum  überhaupt  nur  vorgerückt  ist,
wird  er  meist  nur  als  Spalierbaum  an,  Wänden
gezogen.  In  Süddeutschland  hat  man  die  Bäume
freistehend  und  gewinnt  schon  recht  gute  Früchte,
noch  bessere  jedoch  jenseits  der  Alpen,  in  Südtirol, ­
  Italien,  Südfrankreich,  Spanien,  Portugal
und  Ungarn.  Neuerdings  werden  P.  von  Kalifornien ­
  im  großen  Maßstabe  teils  frisch,  teils
getrocknet  versandt,  doch  müssen  die  letzteren,
wie  die  meisten  amerikanischen  Erzeugnisse,  mit
Vorsicht  genossen  werden,  da  sie  vielfach  durch
übermäßig  starkes  Schwefeln  gebleicht  und  haltbar ­
  gemacht  worden  sind.  Nach  der  Art  der
Oberfläche  unterscheidet  man  die  zahlreichen
Spielarten  meist  in  rauhschalige,  zu  denen  die
mitteldeutschen  gehören,  und  in  glattschalige
(Nektarinen).  —  Die  Pfirsichkerne  dienen
zur  Herstellung  von  Marzipanersatz,  auch  wird
aus  ihnen  fettes  und  ätherisches  Pfirsichkernöl
gewonnen.  Das  fette  Pf.  (lat.  Oleum  Nucum
Persicarum,  frz.  Huile  de  Peches,  engl.  Peaches-°il)
  wird  durch  Pressung  namentlich  in  Frankteich ­
  gewonnen  und  fälschlich  als  „Mandelöl
aus  Pfirsichkernen“  bezeichnet.  Es  wird  zum
Verfälschen  des  echten  fetten  Mandelöls,  vielfach
auch  als  Ersatz  des  teuren  echten  Mandelöls,
z,  B.  bei  der  Bereitung  von  Cold-cream,  zu  Haarclen
  usw.  verwandt.  Das  destillierte  ätherische
Vf.  dient  zur  Verfälschung  des  echten  Bittermandelöls. ­
  Das  aus  Ostindien  eingeführte  dunkelgelbe
  Pfirsichkernöl  (B  emi-ki-tel)  ist  etwas  blausäurehaltig ­
  und  hat  ein  spez.  Gew.  von  0,9232.
Oie  frischen  Blüten  und  Blätter  liefern  bei  der
Destillation  mit  Wasser  blausäurehaltige  Wässer,
die  hier  und  da  offizinell  sind.
Pfirsichäther,  ein  das  Pfirsicharoma  ziemlich
Sut  nachahmendes  Gemisch  von  Butter-  und

Valeriansäureamylester,  Essigester  und  Bittermandelöl. ­

Pflanzendunen.  Unter  diesem  Namen  faßt
man  die  verschiedenen  Arten  feiner  seidenartiger
Wollfasern  zusammen,  die  sich  als  Umhüllung
der  Samen  in  den  Fruchtkapseln  mehrerer  tropischer ­
  Bäume  der  Gattungen  Bombax,  Ochroma,
  Chorisia  und  Eriodendron  vorfmden.
Als  wichtigste  sind  folgende  anzuführen:  r.  Kapok ­
  (Bombaxwolle,  Kapas,  Kapok,  Randoe,
  Randoekapok,  frz.  Ouatte  vögetale,  Duvet, ­
  Coton  soyeux,  engl.  Silk  cotton,  Simool
cotton,  Raw  cotton).  Diese  hauptäschlich  aus
Java.  Indien  und  Zeylon  kommende  Wolle  stammt
von  Eriodendron  anfractuosum  DC.  (Ceiba
pentandra,  Bombax  pentandrum  L.)  und  besteht
aus  0,5—2  cm  langen,  seidenartig  glänzenden
Fasern  von  gelblichweißer  bis  brauner  Farbe,
welche  kürzer,  steifer  und  elastischer  als  diejenigen ­
  der  Baumwolle  sind.  2.  Zeibawolle
(Paina  limpa),  angeblich  von  Bombax  heptaphyllum
  L.  und  Bombax  Ceiba  L.,  kommt
aus  Südamerika  und  Westindien.  Die  Fasern  sind
1—1,5  cm  lang,  oft  ziemlich  weiß,  häufiger  aber
hellbraun.  3.  Ochromawolle  (frz.  Edredon
vegetale,  Patte  de  liövre)  von  Ochroma  lagopus
  Sw.,  einer  auf  Guadeloupe  und  Martinique
angebauten  Bombazee,  ist  gelbbraun  gefärbt
und  o,s—i,s  cm  lang.  Verwendung  finden
diese  Pflanzenwollen  fast  nur  zum  Polstern  und
zur  Herstellung  von  Watte,  hingegen  sind  sie
zum  Verspinnen  wenig  geeignet.  Nur  die  2  bis
3  cm  lange  Wolle  von  Bombax  heptaphyllum
  soll  bisweilen  mit  Baumwolle  gemengt
versponnen  werden.  Namentlich  die  Kapoksorte
bildet  das  beste  pflanzliche  Stopf-  und  Polstermaterial ­
  und  steht  den  echten  Dunen  an  Elastizität ­
  und  Leichtigkeit  nicht  viel  nach.  —  Zusätze
von  Baumwollenabfällen  (Cotton  fly)  und  Pulufaser
  sind  als  Verfälschungen  zu  beurteilen,  da
besonders  die  letztere  schon  nach  kurzem  Gebrauche ­
  infolge  ihrer  Brüchigkeit  in  Stückchen
und  Pulver  zerfällt.
Pflanzentalge.  Mit  diesem  Namen  bezeichnet
man  einige  besonders  harte  Fette  pflanzlichen
Ursprungs,  die  wegen  ihrer  äußeren  Beschaffenheit ­
  vielfach  auch  die  falsche  Bezeichnung
Pflanzenwachs  führen.  Zu  ihnen  gehört  neben
dem  Japan  wachs  (s.  d.)  besonders  das  Myrika-
  oder  Myrtenwachs  (s.d.),  der  Malabartalg ­
  (s.d.),  der  Mafurahtalg  (s.d.)  und  der
Chinesische  Talg  aus  den  Samen  von  Stillingia
  sebifera.  Hingegen  wird  das  Chinesische ­
  Wachs  durch  die  Tätigkeit  einer  Schildlaus ­
  hervorgerufen  und  daher  unter  Wachs  besprochen. ­

Pflanzenwachse,  an  Früchten,  Blättern  und
Rinden  tropischer  Gewächse  aüsgeschiedene  fettund
  wachsartige  Stoffe,  zeigen  eine  dem  Bienenwachs ­
  ähnliche  chemische  Zusammensetzung,
ohne  doch  mit  ihm  völlig  identisch  zu  sein,  und
können  dieses  für  gewisse  Zwecke,  besonders  zur
Herstellung  von  Kerzen,  ersetzen.  Das  wichtigste
P.  ist  unter  seinem  Namen  Karnaubawachs  besprochen ­
  worden.  Eine  andere  Sorte  soll  von
der  in  den  Anden  heimischen  Wachspalme
(Ceroxylon  andicola)  am  ganzen  Umfange
des  Stammes  als  dichte,  harzig-wachsartige.
            
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