Petroleum
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Pfeffer
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und verkohlen lassen. Zu ihrem Nachweise
bedient man sich der fraktionierten Destillation.
Gutes P. sollte mindestens 70—80 0/0 eigentliches
Leuchtöl, das zwischen 150 und 270 0
;übergeht, und nicht mehr als 10—15% niedrigund
ebensoviel hochsiedende Stoffe enthalten.
Tatsächlich finden sich unter den amerikatiischen
Sorten aber Proben mit über 35 %
lochsiedenden Bestandteilen. Zur weiteren Prüüng
zieht man das spez. Gew. heran, das
Aufschluß über die Herkunft des Petroleums
iefert, ferner die Viskosität und den prakischen
Brennversuch. Hat man eine mit neuen
pochten und Rundbrennern versehene Lampe
nit dem P. gefüllt und die Flamme auf größte
Helligkeit eingestellt, so muß der Docht bei
pitem Petroleum nach einiger Zeit herunter-,
>ei schlechtem hingegen hinaufgeschraubt werien.
Ein Urteil über den Grad der Raffination
jewährt schließlich die Bestimmung der Neuralität
und das Schütteln mit konzentrierter
Schwefelsäure, welche durch gutes P. keine
Parbenveränderung erleiden darf. — Von den
zahlreichen Sorten des P. ist das russische
zweifellos am besten rektifiziert und raffiniert.
Es enthält bis zu 850/0 mittlere Fraktion, neben
10—12 o/o hochsiedenden und meist nur 50/0
niedrigsiedenden Bestandteilen. Dementsprechend
ist es auch außerordentlich feuersicher und besitzt
Entflammungspunkte über 30 0 . Ihm ähnlich
sind die rumänischen und galizischen Sorten,
während das amerikanische vielfach sehr mangelhafte
Beschaffenheit besitzt. Es gibt zwar
gewisse teure Luxussorten, wie Kristallöl, Salonöl,
Kaiseröl mit Entflammungspunkten von 30
bis 50 0 , aber die gewöhnliche Handelssorte,
das sog. Reichstest-P., bewegt sich meist an
der Grenze des gesetzlich Zulässigen und zeigt
neben 30 bis 35 °/o hochsiedenden Stoffen oft
nur 50—55 o/o eigentliches Leuchtöl. Der Einführung
der weit besseren europäischen Sorten
stehen leider Vorurteile der Verbraucher entgegen,
daß russisches Petroleum in unseren
Lampen nicht brenne, und andererseits die
Handelsverhältnisse. Nahezu das gesamte
Petroleumgeschäft ist in den Händen der Standard-Oil
Company vereinigt, die auf Verbraucher
und Zwischenhändler einen ungeheuren
Hruck ausübt. Sie setzt die Preise fest und
zwang vor dem Weltkriege die Kleinhändler
zur Annahme eines Vertrages, der ihnen die
härtesten Bedingungen auferlegte. Gegen eine
Vergütung von x / 2 Pf. für 1 1 mußten sie sich
v erpflichten, ihren ganzen Petroleumbedarf von
her Gesellschaft zu entnehmen und für jedes
v °n anderer Seite bezogene Liter P. eine Konventionalstrafe
von 5 Pf. (1) zu zahlen. Es hat
*i>cht an Versuchen gefehlt, dieses Joch abzus
chütteln, neben dem russischen wird in ständig
zunehmender Menge österreichisches Petroleum
eingeführt, und vielleicht wird auch von
Rumänien etwas zu erlangen sein. In den letzten
Jahren hat übrigens auch die deutsche Erdölgewinnung
langsame, aber stetige Fortschritte
verzeichnen. Während sie 1896—1900 durchschnittlich
29000 t im Jahre betrug, ist sie 1907
a af 106379 t im Werte von 7,06 Mill. M. und
*9i6 auf 142000 t gestiegen. In Barrels zu 159 1
a üsgedrückt entfielen von der 4 Millionen im
Jahre 1916 betragenden Welterzeugung auf die
Vereinigten Staaten 300, Rußland 73, Mexiko 40,
Niederländisch-Indien 13, Rumänien 10, Britischindien
8, Galizien 6,5, Japan 3, Peru 2,5, Trinidad
und Deutschland je 1 Million.
Pettinets (Petinets) nennt man gazeartig
gewirkte Gewebe aus Seide, feinem Leinenzwirn
oder Baumwolle, die entweder geklöppelten
Spitzengrund nachahmen oder mit bereits
eingewirkten Mustern versehen sind und auf
besonderen Stühlen, Kettenpettinetstühlen, gearbeitet
werden. Glatter Pettinet als Grund zu
genähten Spitzen und Stickereien kommt nur
noch in Seide vor, während die aus Zwirn bestehende
Ware jetzt auf der Bobbinetmaschine
hergestellt wird. Auf dem Pettinetstuhl arbeitet
man in den verschiedenartigsten Musterungen
spitzenähnliche Tücher, Schleier, Schals, Handschuhe,
Hauben, Börsen u. dgl. und in England
in großen Mengen die billigen, den Spitzenklöpplerinnen
und Näherinnen so gefährlichen
Maschinenspitzen.
Pewter .sind gewisse in England gebräuchliche
Zinnlegierungen, die nach Härte und
Farbe in mehrere Sorten unterschieden werden
und entweder nur Zinn und Antimon oder
außerdem noch Wismut, Kupfer, Zink oder Blei
enthalten. Die kupferhaltigen Legierungen mit
2—5 °/o Kupfer gelten als die besten.
Pfälzer Weine (Haardtweine), die in der
Pfalz am linken Rheinufer wachsenden, gewöhnlich
mit zu den Rheinweinen gerechneten
Weine, gedeihen besonders im Haardtgebirge
am Ostabhange des Donnersbergs und in den
zur Ebene sich absenkenden Hochgeländen.
Sie sind meist weiß, zeichnen sich durch Fülle,
Süßigkeit, Milde und Wohlgeschmack aus und
haben weniger Säure als die Rheinweine. Besonders
gute Sorten sind: Jesuitengarten, Förster,
Ruppertsberger,Dürkheimer,Deidesheimer,Ungsteiner,
Wachenheimer usw.
Pfeffer ist die Frucht des zu den Piperazeen
gehörenden Pfefferstrauches, Piper
nigrum, der im Südosten Asiens heimisch ist
und angebaut auch auf den Sundainseln, in
Hinter- und Westindien vorkommt. Die Ranken
tragen lederartige Blätter und unansehnliche,
in hängenden Ähren dicht zusammensitzende
Blüten, aus denen sich die anfangs grünen, bei
der Reife roten Beeren entwickeln. Jede Beere
enthält nur einen, von dünner Fruchthaut umschlossenen
Samen. Der Strauch wird durch
Stecklinge vermehrt, rebenartig an Bäumen gezogen
und trägt vom 3.—20. Jahre. Die Anpflanzungen
werden in feuchten und etwas
hohen Gegenden angelegt, in Beete geteilt und
mit den zur Stütze dienenden Bäumen, besonders
Korallenbäumen, bepflanzt. Je nach der
Art der Gewinnung der Früchte unterscheidet
man schwarzen und weißen P. — Der.
schwarze P. (lat. Piper nigrum, frz. Poivre
noir, engl. Black pepper) besteht aus den unreif
gepflückten und schnell an der Sonne oder
am Feuer getrockneten Früchten, die infolgedessen
noch mit der runzeligen schwarzen oder
schwarzbraunen Fruchtschale umgeben sind. —
Der weiße P. (lat. Piper album, frz. Poivre
blanc, engl. White pepper) wurde früher ausschließlich
aus den reifen Beeren in der Weise