Fabrikindustrie und Landwirthschaft. 609
sogar einen eigenthümlichen Nutzen brachte, Die Nothwen-
digkeit, solche Hindernisse zu überwinden, spornte und stärkte
die neue Kraft und bewies ihre Stärke unwiderleglich. —
& 4. Einwirkung der Fabrikindustrie auf die
Landwirthschaft.
Im ersten Capitel des zweiten Buchs haben wir gesehen,
wie die alte Handwerkerordnung schon vor dem Siege der
eigentlichen Fabrikindustrie durch die neuen Verhältnisse,
welche das sich entwickelnde Grosscapital schuf, völlig in Auf-
jösung gerieth. Durch das Fabriksystem wurde dieselbe for-
mell und vollständig vernichtet.
Die zwei Stadien — Haus- und Fabrikindustrie — welche
die Herrschaft des Grosscapitals über die industrielle Arbeit
durchlief, wälzten die gesammten Verhältnisse des Gewerbes
um, das sich gleichzeitig quantitativ gewaltig ausdehnte. An die
Stelle der alten Organisation trat zunächst ein anarchisches
Chaos, in welchem nur der eine feste Halt der Capitalmacht
war. Diese aber als einzige und schrankenlose, weder durch
den Staat noch durch Organisation der Arbeitenden modifieirte
Macht, erweist sich als unfähig, befriedigende Verhältnisse für
alle Betheiligten zu schaffen. Sie erzeugt grossartige Reich-
thumsvermehrung, es müssen aber andere Kräfte dazu treten,
soll diese Reichthumsvermehrung, nachdem sie eine gewisse
Höhe erreicht hat, die Grundlage des menschlichen Glücks
Aller werden. —
Die Umwälzungen in dem Gebiete der Industrie erstreckten
sich aber auch auf die Landwirthschaft. Dieselben bewirkten
zunächst eine relative Abnahme der Zahl der Ackerbauer,
Eine nicht geringe Zahl von kleinen selbständigen Grund-
besitzern und Pächtern, die vordem Ackerbau und Haus-
industrie zusammen auf: dem Lande betrieben hatten, ver-
liessen Haus und Hof und warfen sich in den Städten auf
ausschliessliche industrielle Arbeit... Reich gewordene Fabri-
kanten und Kaufleute kauften Grund und Boden und stei-
gerten die Concentration des Grundbesitzes. Der Export von
Held. Soc. Gesch. Engl. 39