Object : Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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Der  Kurszettel  hat  mit  den  Marktberichten  über  Wolle
und  Getreide  das  Fundament  zum  Aufbau  des  Handelsteils
der  Zeitungen  gebildet.  Als  erste  deutsche  Zeitung  brachte
die  „Vossische  Zeitung"  im  Jahre  1802  einen  „Wechsel-und
Geld-Cours"?)  Mit  der  Entwickelung  des  öffentlichen
Kredits  und  der  Unteruehmungsform  der  Aktiengesellschaften
nahm  die  Kurs-Berichlerstattnng  immer  mehr  zu.  Heute  ist
sie  regelmäßig  in  jedem  Tagesblatt  zu  finden.  „Die  Kurse
—  das  ist  der  Teil  der  Zeitung,  der  den  Blick  des  Kaufmanns
in  erster  Linie  auf  sich  zieht,  es  ist  der  Teil,  der  mit  nervöser ­
  Hast  durchflogen  wird,  der  ihm  Kunde  gibt  von  dem
Stande  der  Börseuweltmarktlage"?)
Einen  weiteren  wesentlichen  Bestandteil  der  Tagesblütter
—  wie  hier  vorausbemerkt  sei  —  überhaupt  aller  Blätter,
stellt  der  Anzeigenteil  dar.  Er  ist  aus  bescheidenen  Anfängen
in  Gestalt  von  Inseraten  hervorgegangen,  die  sich  in  Deutschland
seit  dem  Ende  des  17.  Jahrhunderts  mitten  im  Text  der
Zeitungen  vorfinden.  Um  die  Wende  des  17.  und  18.  Jahrhunderts ­
  entstanden  nach  dem  Muster  französischer  und  englischer
Blätter  in  Deutschland  besondere  Anzeigeblätter,  sogenannte
„Jntelligenzblütter",  die  sich  vornehmlich  der  Veröffentlichung
von  Anzeigen  aller  Art  widmeten?)  Das  erste  derartige
deutsche  Blatt  war  der  seit  1673  erscheinende  Hamburger
„Relations-Courier"?)  Es  enthielt  so  viel  Anzeigen,  daß
diese,  „die  sogenannte»  Notifications  oder  Avertissements
die  Heisste  des  Ackvisen-Blats  ausmachten"?)  Wahrscheinlich
hat  das  rasche  Aufblühen  gerade  dieses  Jntelligenzblatts  die
preußische  Regierung  veranlaßt,  das  einträgliche  Jnserateugeschäft
  fiskalisch  auszubeuten.  Es  geschah  dies  in  der  Weise,
daß  die  Bekanntgabe  von  Anzeigen  über  Käufe,  Verkäufe,
1)  Schotten  S.  20  ff.
2 )  Brnnhuber  I  S.  103.
3 )  von  Benst  III  S.  603  ff.;  Löbl  S.  88  ff.;  Munzinger  S.  31  ff.;
Quetsch  II  S.  221;  von  Witzleben  S.  53;  Sticda  S.  90  f.;  d'Ester
S.  164,  172,  179.
4 )  Diez  S.  10;  Prutz  S.  243;  Salomo»  I  S.  69;  Stieda  S.  90.
5)  Salomon  I  S.  70.
            
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