Pegamoid
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Pergament
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allgemeinen ist dies auch die Darstellungsweise
aller Weiß- oder sog. Burgunderpeche. Das
von den Bäumen gesammelte Rohharz oder
auch Terpentin wird unter Zusatz von Wasser
kürzere oder längere Zeit geschmolzen, wobei
die Farbe heller wird, und dann durch Filtrieren
gereinigt. Bei etwas stärkerer Hitze wird die
Masse gelber und heißt dann Gelbpech, während
bei längerem Schmelzen bis zur Abtreibung
alles Wassers Kolophonium entsteht. —
Die sog. weißen Pechsorten sind gelblich oder
bräunlich, spröde und von muscheligem, mattglänzendem
Bruch. Sie liefern beim Zerdrücken
neben größeren Stückchen viel Pulver und
werden beim Kneten zwischen den Fingern
etwas weich. Je nach Abstammung und Bereitungsweise
zeigen sie geringe Unterschiede
und enthalten mehr oder weniger Wasser und
flüchtige Öle. Beim Ausschmelzen wird oft absichtlich
wieder etwas Kienöl oder Terpentin
hinzugesetzt. Die hellen Pechsorten dienen besonders
zum Auspichen von Fässern und erhalten
für diesen Zweck zur Erhöhung der
Elastizität und Schmelzbarkeit meist Zusätze
von Paraffin, Harzöl oder Leinöl. Außerdem
gebraucht man sie, wie das amerikanische Harz,
zur Darstellung von Harzseifen, ferner als Lötmittel,
zu Pflastern und manchen anderen
Zwecken. 3. Sogenanntes Steinkohlenpech
ist gleichbedeutend mit Steinkohlenasphalt, dem
schwarzen Rückstand, der bei der Teerdestillation
erhalten wird, während man den bei der
Braunkohlenteerdestillation verbleibenden Rückstand
mit dem Namen Braunkohlenteerpech
belegt.
Pegamoid nennt man eine dem Zelluloid ähnlich
zusammengesetzte Masse, die, auf Papier
oder Gewebe aufgepreßt, diese lederartig erscheinen
läßt und zur Herstellung von Bucheinbänden,
Schmuckwaren und künstlichen Ledertapeten
benutzt wird.
Pelletierin, ein flüssiges Alkaloid, findet sich
in sehr geringer Menge neben drei anderen verwandten
Alkaloiden in der Granatwurzelrinde.
Das als Arzneimittel gegen Bandwürmer
benutzte gerbsaure Pellet ier in, Pellet ier intännat,
Punizintannat (lat. Pelletierinum
tannicum), ein gelbliches amorphes und geruchloses
Pulver von zusammenziehendem Geschmack
und schwach sauerer Reaktion, löst sich in etwa
700 Teilen Wasser sowie in 80 Teilen Weingeist.
Penghawar Djambi besteht aus den sehr
weichen, 2—3 cm langen bronzefarbenen Stammund
Blatthaaren mehrerer Arten der zu den
Baumfarnen gehörigen Gattung Cibotium,
namentlich von Cibotium Baromez auf
Sumatra, die, auf Wunden gelegt, als blutstillendes
Mittel verwandt werden. Eine andere,
etwa S cm lange, weniger weiche Sorte von
gelblich- bis braunroter Farbe, Päkoe-Kidang,
stammt von Alsophila lurida und Balantium
chrysotrichum, auf Java heimischen
Baumfarnen.
Pepsin, das Ferment des Magensaftes,
wird im Großbetriebe hergestellt, indem man
frische Magenschleimhäute von Schweinen oder
Kälbern mit salzsäurehaltigem Wasser auszieht,
die Lösung mit Kochsalz fällt und aus dem
Niederschlage das Kochsalz durch Dialyse entfernt.
Nach einem anderen Verfahren behandelt
man die Schleimhaut mit verdünnter Phosphorsäure,
fällt die letztere und das Pepsin mit
Kalkwasser und trennt nach dem Auflösen des
Niederschlages in Salzsäure das Pepsin von der
Phosphorsäure durch Eintröpfeln von Cholesterin.
Beim Extrahieren der nun entstehenden
Fällung aus Pepsin und Cholesterin hinterbleibt
das Pepsin ungelöst. Schließlich kann man das
Pepsin aus der Schleimhaut auch durch fünfprozentigen
Alkohol ausziehen. Die Lösungen
werden vorsichtig, am besten im luftverdünnten
Raume, eingedampft und bei höchstens 40 0 getrocknet.
P. bildet ein gelbes bis bräunliches,
hygroskopisches Pulver von bitterlich salzigem
Geschmack. Die schwach salzsaure Lösung 1
vermag bei Blutwärme hart gekochtes Eiweiß I
und Fibrin zu lösen (verdauen), verliert diese I
Eigenschaft aber beim Erhitzen auf 60 0 sowie |
bei Zusatz von viel Alkohol. In Form von Ver- I
dünnungen mit Milchzucker, Stärke oder ande- I
ren indifferenten Stoffen (verdünntes P.), fer- j
ner von P.-Wein und P.-Elixier wird es bei 1
Störungen der Magentätigkeit als verdauungs- I
förderndes Mittel angewandt.
Peptone sind Umwandlungsprodukte von Eiweißkörpern
(Albumin, Kasein, Fibrin)
durch Pepsin oder Pankreatin, die neuerdings
für diätetische Verwertung in den Handel gelangen.
Zur Darstellung des sog. Pep ton um
siccum wird fettfreies Rindfleisch längere Zeit 1
bei höchstens 50° mit Wasser, Pepsin und Salzsäure
behandelt, die filtrierte Lösung mit Natriumkarbonat
neutralisiert und im Vakuum eingedampft.
Es bildet weißliche bis hellgelbe,
geruchlose Krusten oder Pulver von bitterem
Geschmack. Die wäßrige Lösung wird durch
Alkohol, nicht aber durch Erhitzen oder Zusatz
von Salpetersäure gefällt. Die P. werden
für sich oder in Form zahlreicher diätetischer
Präparate als Nährmittel verwandt, scheinen
aber in letzter Zeit durch die weniger bitter
schmeckenden Albumosen verdrängt zu werden-Pergament
(lat. Charta pergamensis, frz. Parchemin,
engl. Parchment) ist seiner Natur nach
nichts anderes als die unter gewissen Vorsichtsmaßregeln
getrocknete Hautblöße. Zu ihrer
Darstellung werden die rohen Felle wie in der
Gerberei, gewässert, in Kalkäsche gelegt, dann
durch Schabeisen enthaart und auf dem Schabebaum
entfleischt. Die erhaltenen Blößen kommen
auf Rahmen, deren bewegliche Ränder eine
faltenlose Einspannung gestatten. Das gröbere,
für Trommelfelle bestimmte Pergament aus
Kalbfellen und das Paukenpergament aus Esels'
häuten wird dann nur noch einseitig geschabt,
aber nicht geglättet. Hingegen ist bei der Herstellung
von Schreibpergament noch ein sorg'
fälliges Schleifen mit Bimsstein, Reiben mit
Kalk, Glätten und Präparieren mit Leimwasser,
Kreide, Bleiweiß und Öl erforderlich. Bei den
geringeren Sorten, die nur mit Kreide und Leim'
wasser und zuletzt mit Seife behandelt werden,
läßt sich Bleistiftschrift oder -Zeichnung nur
durch Reiben mit einem fettigen Lappen ent'
fernen. Man stellt daher für Zeichner noch be'
sonderes Ölpergament her, das auf Kalk'
grund einen Überzug von Bleiweiß und Leim'
wasser hat und darauf geölt ist. Das P. dient