Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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und für Erpressungen die amtliche Genehmigung zu er- 
langen. Im ganzen hatte er Erfolg. Dieser gewichtige, 
234 englische Pfund wiegende Magnat war der politische 
Drahtzieher des Quartetts, während Huntington der schlaue 
Finanzmann war, voll scharfer Kunstgriffe und durchtrie- 
bener Ränke. Als Stanford im Jahre 1893 starb, wurde der 
nominelle Wert seines Besitzes auf ungefähr 18 Millionen 
Dollar geschätzt, er war aber viel größer. Er hatte große 
Summen für die Leland-Stanford jr.-Universität hergegeben 
und hinterließ ihr in seinem Testament noch weitere Millio- 
nen. Der Rest seines Besitzes ging an seine Witwe über, die 
auch der Universität Stiftungen machte. Alles in allem 
gaben Mr. und Mrs. Stanford reichlich 30 Millionen Dollar 
für die Gründung, Erweiterung und Fortführung dieses 
Instituts aus, das nach ihrem Sohne benannt wurde. 
Das Vermögen, das Huntington zusammenraffte, war 
größer als das der anderen Mitglieder des Quartetts. Bei 
seinem Tode, im Jahre 1900, wurde es auf 50 bis 80 Millionen 
Dollar geschätzt. Es umfaßte Anteile an einer ungeheuren 
Anzahl von FEisenbahnen-, Dampfschiffs- und anderen 
Gesellschaften — Anteile, die er durch seinen Teil der 
Beute an den Pacific-Eisenbahnen erkauft oder durch Betrug 
in seine Gewalt gebracht hatte. Eine seiner Lieblings- 
prahlereien bestand gelegentlich darin: daß er in seinen 
eigenen Wagen und auf seinen eigenen Schienen vom Atlanti- 
schen bis zum Stillen Ozean und, wenn es ihm beliebte, auch 
in seineneigenen Dampfschiffen von Brasilien nach New York, 
von dort nach Colon, von Panama nach San Francisco und 
von dort nach Jokohama und Hongkong reisen könne. 
Seine Macht war riesenhaft; er beherrschte das wirtschaft- 
liche Leben von Millionen von Arbeitern und verfügte über 
die Regierung von einem halben Dutzend Staaten. Seine 
Beute war unversehrt. Im Jahre 1884 erzählte man, daß er 
in Erwiderung auf einen Bericht gesagt habe: „Ich habe 
niemals eine Schaustellung von 44 Millionen Dollar in 
Obligationen veranstaltet, obgleich ich doppelt soviel hätte 
aufzeigen können.“1) 
1) Vergleiche hierzu S. 479 über Gould,
	        
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