Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

zeben und ihre Profite ungeheuer vermehrt: die allgemeine
Einführung von Panzerplattenschiffen. Obgleich der Kampf
zwischen dem „Merrimac‘“ und dem „Monitor“ während des
Bürgerkrieges den Flottenbau revolutioniert und die hölzernen
 Schlachtschiffe als veraltet erwiesen hatte, begannen die
Vereinigten Staaten erst 1885 systematisch eine Panzerflotte
zu schaffen. Aber schon vor dieser Zeit hatten die Carnegie-Werke
 Panzerplatten für fremde Kriegsschiffe fabriziert.
Als 1879 ein Krieg zwischen Großbritannien und Rußland
wegen der Türkei drohte (so bezeugt Charles H. Cramp, der
größte Schiffbauer der Vereinigten Staaten, vor der Industriekommission
 der Vereinigten Staaten im Jahre 1900),
habe die russische Regierung in den Vereinigten Staaten
Schiffe gekauft und Cramp beauftragt, sie zu renovieren,
Dabei habe er sich zur Erlangung von Panzerplatten an
Carnegie und die Bethlehem-Stahlwerke (in Pennsylvanien)
wenden müssen, und diese hätten ihm 600 Dollar pro Tonne
berechnet, ohne daß er etwas dagegen tun konnte, d. h. fast
ein Drittel der Gesamtkosten des Schiffes, so daß er nichts
daran verdient habe. Es ist Tatsache, daß die Carnegie-Interessenten
 der Regierung der Vereinigten Staaten und
Cramp 520—700 Dollar pro Tonne berechneten und gleichzeitig
 dasselbe Panzermaterial für weniger als 200 Dollar
pro Tonne herstellten und für 249 Dollar pro Tonne direkt
an die russische Regierung verkauften. Charles H. Hurrah,
Präsident der Midvale-Stahlgesellschaft zu Philadelphia,
berechnete den Verdienst an Panzerplatten auf 23 Prozent
und meinte, er sei trotzdem in keiner Weise mit den Profiten
auf Stahlschienen und Stangen und Baumaterial zu vergleichen,
 die durch einen durchschnittlichen Einfuhrzoll von
45 Prozent geschützt waren.
Man hätte meinen sollen, bei einem Verdienst von mindestens
 23 Prozent hätten die Carnegie-Werke die beste
Qualität von Panzerstahl liefern müssen, um so mehr, als er
für Kriegsschiffe bestimmt war, die im Falle der Gefahr ihre
eigenen Handelsinteressen zu schützen haben würden. Aus der
Menge der Zeugnisse soll nur der Schlußbericht der Untersuchungskommission
 des Kongresses herausgegriffen werden.
„Die Bemühungen der Gesellschaft und ihrer Geschäfts-
            
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