Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

325 — 
als 200000 Aktien an ein Syndikat, das indessen in der Haupt- 
sache aus britischen Aristokraten bestand. 
Dieser Verkauf beeinträchtigte seinen Einfluß auf die 
Verwaltung der New Yorker Zentraleisenbahn in keiner 
Weise; er behielt nicht nur eine genügende Menge von 
Aktien, sondern hatte auch die Obligationen zum Teil in 
Händen. Der Verkauf der Aktien brachte ihm 35 Millionen 
Dollar. Was tat er mit dieser Summe? Er legte sie un- 
verzüglich in Staatsobligationen an. Das war zweifellos 
ein sehr kluges Unternehmen. Aktien haben kein so so- 
lides, ehrenhaftes Ansehen wie Bundesobligationen; nichts 
ist vornehmer und achtbarer als der Besitzer von Staats- 
obligationen. 
Von dem Erpresser, Bestecher und Betrüger der einen 
Generation zu dem braven Besitzer von Staatsobligationen 
in der nächsten war kein langer Schritt, aber er ge- 
nügte. Vanderbilt setzte diese Ankäufe von Staatsobli- 
gationen fort; in wenigen Jahren besaß er etwa 54 Millio- 
nen Dollar zu vier Prozent. 1884 mußte er 10 Millionen 
davon verkaufen, um die Verluste einzubringen, die sein 
Sohn an der Börse gehabt hatte, aber er kaufte später wieder 
für 10 Millionen Dollar nach. Auch besaß er für 4 Millionen 
Dollar dreieinhalbprozentige Staatsobligationen, viele Mil- 
lionen Stadtobligationen, mehrere Millionen Dollar In- 
dustrieaktien und Hypotheken und 22 Millionen Dollar 
Eisenbahnaktien. Dieselbe Regierung, die sein Vater um 
Millionen betrogen hatte, stand jetzt als direkte Garantie 
hinter wenigstens 70 Millionen Dollar seines Reichtums, 
und die ganze Bevölkerung der Vereinigten Staaten mußte 
Steuern bezahlen, um diese Aktien zu verzinsen, die mit dem 
von Cornelius Vanderbilt gestohlenen staatlichen Gelde 
gekauft waren. 
In den Jahren nach seines Vaters Tode fügte William H. 
Vanderbilt ohne Schwierigkeiten einige weitere Eisenbahn- 
linien seinem Besitz hinzu und vermehrte seinen Reichtum 
mit einem Schlage um viele Millionen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.