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als 200000 Aktien an ein Syndikat, das indessen in der Haupt-
sache aus britischen Aristokraten bestand.
Dieser Verkauf beeinträchtigte seinen Einfluß auf die
Verwaltung der New Yorker Zentraleisenbahn in keiner
Weise; er behielt nicht nur eine genügende Menge von
Aktien, sondern hatte auch die Obligationen zum Teil in
Händen. Der Verkauf der Aktien brachte ihm 35 Millionen
Dollar. Was tat er mit dieser Summe? Er legte sie un-
verzüglich in Staatsobligationen an. Das war zweifellos
ein sehr kluges Unternehmen. Aktien haben kein so so-
lides, ehrenhaftes Ansehen wie Bundesobligationen; nichts
ist vornehmer und achtbarer als der Besitzer von Staats-
obligationen.
Von dem Erpresser, Bestecher und Betrüger der einen
Generation zu dem braven Besitzer von Staatsobligationen
in der nächsten war kein langer Schritt, aber er ge-
nügte. Vanderbilt setzte diese Ankäufe von Staatsobli-
gationen fort; in wenigen Jahren besaß er etwa 54 Millio-
nen Dollar zu vier Prozent. 1884 mußte er 10 Millionen
davon verkaufen, um die Verluste einzubringen, die sein
Sohn an der Börse gehabt hatte, aber er kaufte später wieder
für 10 Millionen Dollar nach. Auch besaß er für 4 Millionen
Dollar dreieinhalbprozentige Staatsobligationen, viele Mil-
lionen Stadtobligationen, mehrere Millionen Dollar In-
dustrieaktien und Hypotheken und 22 Millionen Dollar
Eisenbahnaktien. Dieselbe Regierung, die sein Vater um
Millionen betrogen hatte, stand jetzt als direkte Garantie
hinter wenigstens 70 Millionen Dollar seines Reichtums,
und die ganze Bevölkerung der Vereinigten Staaten mußte
Steuern bezahlen, um diese Aktien zu verzinsen, die mit dem
von Cornelius Vanderbilt gestohlenen staatlichen Gelde
gekauft waren.
In den Jahren nach seines Vaters Tode fügte William H.
Vanderbilt ohne Schwierigkeiten einige weitere Eisenbahn-
linien seinem Besitz hinzu und vermehrte seinen Reichtum
mit einem Schlage um viele Millionen.