Phenosafranin 331 Phosphor
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koholischem Quecksilberchlorid als ein farbloses
Kristallpulver.
Phenosafranin (Safranin B extra), ein
durch Oxydation eines Gemisches von Paraphe-
nylendiamin und Anilin dargestellter Teerfarbstoff,
Paraamidophenylparaamidophenazoniumchlorid,
bildet grüne glänzende Kristalle, die in Wasser
mit roter Farbe leicht löslich sind. Konzentrierte
Schwefelsäure gibt eine grüne Lösung, die beim
Verdünnen mit Wasser erst blau, dann violett
und schließlich rot wird. Mit Tannin und Brech
weinstein gefärbte Baumwolle wird rot gefärbt.
Phenylurethan (Euphorine), ein neueres viel
gerühmtes Mittel gegen Gelenkrheumatismus, ent
steht durch Behandlung von Chlorameisensäure
äthylester mit Anilin und ist demnach als Phe-
nylkarbaminsäureäthylester anzusprechen. Es bil
det weiße, bei 49 0 schmelzende Kristalle von
nelkenähnlichem Geschmacke, die sich leicht in
Alkohol und Äther, hingegen nicht in Wasser
lösen.
Phloridzin nennt man ein kristallisierbares
Glykosid, das durch Ausziehen der Rinde von
Apfel-, Birnen-, Pflaumen- oder Kirschbäumen
mit 60 % igem Alkohol in Form zarter glänzen
der Nadeln erhalten wird. Es zerfällt beim
Kochen mit verd. Säuren in Phloretin und
Zucker und findet an Stelle des Chinins als
Fiebermittel Anwendung.
Phlorogluzin, C 6 H s (OH) s , das symmetrische
Trioxybenzol, findet sich in der Natur in Form
sogen. Phlorogluzide im Drachenblut, Gutti, Kino
und verschiedenen anderen Pflanzenstoffen, aus
denen es durch Schmelzen mit Ätzkali gewonnen
werden kann. In der Regel stellt man es durch
Erhitzen von Resorzin mit Ätznatron, und nach
folgendes Ausschütteln der angesäuerten Schmelze
mit Äther dar. Es bildet bei 212° schmelzende,
farblose Kristalle, die sich in Wasser, Alkohol
und Äther lösen, und wird in der Mikroskopie
als bestes Reagens auf Holzfaser (in Papier) be
nutzt, die sich mit Ph. und Salzsäure rot färbt.
Phloxin ist der Name mehrerer Phtalein-
farbstoffe, von denen folgende die gebräuch
lichsten sind: Phloxin P. wird durch Einwirkung
v on Brom auf Dichlorfluoreszein erhalten und
besteht aus dem Natronsalze des Tetrabromdi-
uhlorfluoreszeins. Das braungelbe Pulver gibt mit
Wasser eine kirschrote, grüngelb fluoreszierende
Lösung, die Wolle bläulichrot färbt. Phloxin
LA (Erythrosin B) wird durch Einwirkung von
Brom auf Tetrachlorfluoreszein in alkoholischer
Lösung als das Natronsalz des Tetrabromtetra-
chlorfluoreszeins dargestellt. Das ziegelrote Pul
ver ist in, Wasser mit blauroter Farbe und schwa-.
über dunkelgrüner Fluoreszenz leicht löslich. Zy-
a nosin ist der Methylester des Phloxin P. Zy-
a nosin B der Äthylester des Phloxin TA.
Phosphate ist der wissenschaftliche Name für
Phosphorsaure Salze,- z. B. Natriumphosphat, Ei
senphosphat, im, Handel versteht man darunter
aber die verschiedenen, in der Natur als Mine
ralien vorkommenden Arten .des phosphorsauren
Kalks (Kalziumphosphat), wie sie. zur Dar
stellung von Düngemitteln für die Landwirtschaft
(s. Superphosphat) und von Phosphor verwandt
w erden. Die hierher gehörigen Mineralphos-
Phate Apatit, Phosphorit und Osteolith bilden
e men bedeutenden Handelsartikel, so nament
lich der Phosphorit aus der spanischen Provinz
Estremadura und die Lahnphosphorite aus der
Provinz Nassau. Seit einigen Jahren kommen
auch P. aus Belgien, Kanada, Südkarolina und
Aruba sowie russische Phosphorite aus dem Ge
biete des Tsdhnerojem nach Deutschland. Die
größte Menge dieser P. wird in ein feines Mehl
verwandelt und zu Superphosphat verarbeitet.
Phosphin (Ledergelb, Philadelphiagelb,
frz. Phosphine), ein seit 1862 bekanntes Neben
produkt der Fuchsinfabriken, bildet ein orange
gelbes, in Wasser lösliches Pulver, s. Akridin
farbstoffe.
Phosphor (lat. Phosphorus, frz. Phosphore,
engl. Phosphorus), ein chemisches Element vom
Atomgewicht P = 3t, wurde im Jahre 1669 von
Brand in Hamburg bei der trocknen Destillation
von eingedampftem Harn entdeckt, doch ge
langte diese Beobachtung erst 1678 durch Kun
kel an die Öffentlichkeit. Bis in die Mitte des
vorvorigen Jahrhunderts blieb der Harn das
einzige Ausgangsmaterial, und ,da 6oo—700 1 des
selben nur 30 g P. ergaben, so erklärt sich der
für diese geforderte ungeheure Preis von 10 bis
16 Dukaten. Erst 1769 wies Gähn das Vorhan
densein von P. in den Knochen nach und 1771
stellte ihn Scheele zum ersten Male daraus dar.
Die chemische Natur des P. ist besonders durch
die Arbeiten von Lavoisier aufgeklärt worden.
Der P. findet sich in der Natur nie frei, sondern
stets gebunden, und zwar meist in Form phos
phorsaurer Salze. Aus diesen gelangt er in. die
Pflanzen und von da in den Tierkörper, dessen
Knochengerüst zum großen Teil aus Kalzium
phosphat besteht. Ein anderer Teil des in den
tierischen Körper eingeführten P. wird durch
die Exkremente . und den Harn wieder ausge
schieden, kehrt in den Erdboden zurück und
bildet einen wertvollen Bestandteil des Düngers.
In organischer Bindung findet sich der P. im
Gehirn, den Nerven, dem Eigelb, dem Kasein
usw. Die Darstellung des P., zu der fast aus
schließlich die Knochen dienen, wurde längere
Zeit nur von einigen englischen und französischen
Fabriken betrieben, bis im Jahre 1898 auch die
chemische Fabrik Elektron in Griesheim eine
elektrolytische Anlage errichtete. Die mit Benzin
oder Schwefelkohlenstoff entfetteten und mit
überhitztem Wasserdampf entleimten Knochen
werden in einem Schachtofen völlig weißge-
brannt. Die feingemahlene Asche wird mit dem
gleichen Gewicht 7ö°/oiger Schwefelsäure erwärmt,
die Lösung des sauren phosphorsauren Kalks von
dem aus Gips bestehenden Bodensatz klar ab
gezogen, in Bleipfannen eingedampft und schwach
geglüht. Der hinterbleibende metaphosphorsaure
Kalk wird im Gemisch mit Holzkohlenpulver
in Retorten aus feuerfestem Ton bis zur Weiß
glut .erhitzt und der entweichende Dampf von
freiem P. in Wasser geleitet, wo er sich in flüs
siger Form verdichtet. Zur Reinigung preßte
man den Rohphosphor früher meist in geschmol
zenem Zustande unter Wasser durch Leder, wäh
rend man ihn jetzt in der Regel einer noch
maligen Destillation unterwirft oder mit Hilfe
von Wasserdampf durch eine poröse, mit Kohlen
pulver bedeckte Steinplatte preßt. Das Formen
zu Stangen geschieht im kleinen durch Aufsaugen
des unter Wasser geschmolzenen P. in Glas