Phosphorsalz
333 Photographische Apparate u. Geräte
Röhren erhalten wird, bildet schwarzglänzende
Rhomboeder vom spez. Gew. 2,34 und hat nur
wissenschaftliches Interesse. — 4. Der sog. hellrote
P. von Schenk, der beim Erhitzen von
weißem P. in Phosphortribromid entsteht, ist
nicht reiner P., sondern ein Gemisch von Bromphosphor
mit elementarem P. Er ist völlig ungiftig,
hat überdies vor dem roten amorphen P.
den Vorzug, daß er sich an jeder Reibfläche entzündet
und wird daher nach dem gesetzlichen
Verbot des giftigen P. zur Herstellung von Zündhölzern
benutzt.
Phosphorsalz. Diesen Namen führt das phosphorsaure
Natron-Ammoniak, ein Doppelsalz
von Natriumphosphat und Ammoniumphosphat.
Es bildet kleine, weiße, an der Luft leicht
feucht werdende Kristalle und wird in der Lötrohrchemie
benutzt.
Phosphorsäure (lat. Acidum phosphoricum,
frz. Acide phosphorique, engl. Phosphoric acid).
Von den verschiedenen als Phosphorsäure hezeichneten
Verbindungen besitzt die sog. Orthophosphorsäure,
PI 3 P0 4 , die größte Bedeutung.
Sie findet sich in der Natur in Form ihrer Salze,
der Phosphate, weit verbreitet und setzt u. a. die
Knochen, Guano und Apatit zusammen. P. entsteht,
wenn man Phosphor im Sauerstoffstrome
verbrennt und das in Form weißer Flocken abgeschiedene
Phosphorsäureanhydrid (Phosphorpentoxyd,
P 2 0 6 ) in heißem Wasser löst,
oder wenn man Phosphorpenta- oder -oxychlorid
mit kaltem Wasser behandelt. Zur fabrikmäßigen
Darstellung geht man entweder von der Knochenasche
oder vom Phosphor aus. Die im wesentlichen
aus Trikalziumphosphat bestehende
Knochenasche wird durch Behandlung mit
Schwefelsäure in freie P. neben Kalzium- und
Magnesiumsulfat zerlegt, die von dem Gips abgegossene
Lösung eingedampft .und nach Bedarf
noch weiter gereinigt. Diese, . auch Acidum
phosphoricum ex ossis genannte P. ist meist
etwas kalkhaltig, für gewisse Zwecke jn der Baum-Wollenfärberei
und Kattun druckerei aber brauchbar.
Eine reinere .Säure (Acidum phosphoticum
e phosphoro) erhält man durch Erwärmen
von Phosphor mit Salpetersäure in Retorten,
wobei nach dem Verjagen der salpetrigen- und
Salpetersäure die P. als mehr oder weniger dickflüssige,
wasserhelle Flüssigkeit zurückbleibt. Zur
Beschleunigung der Oxydation wird meist etwas
Brom oder Jod hinzugegeben. Ein vielfach vorhandener
geringer Arsengehalt läßt sich durch
Einleiten von Schwefelwasserstoff leicht entfernen.
Eie reine Orthophosphorsäure bildet in wäßriger
Lösung eine färb- und geruchlose Flüssigkeit
von rein saurem Geschmack und kommt in
verschiedenen Konzentrationen als 25 % ige Säure
v °m spez. Gew. 1,154, als 50 0/0 ige vom spez.
Gew. 1,350 und als 85% ige vom spez. Gew.
>,7io in den Handel. Die letztere, bereits siru-Pose
Säure scheidet bei weiterem Eindampfen
bis zum spez. Gew. 1,750 Kristalle von wasserfreier
P. ab, die bei 38,6° schmelzen und stark
hygroskopisch sind. P. bildet mit Basen drei
Reihen von Salzen, primäre, sekundäre und
te rtiäre (s. Kalziumphosphat), die mit Molyb-Pänlösung
einen gelben, mit Magnesiamixtur
einen weißen Niederschlag geben. Durch Erhitzen
auf 250—260° geht sie in Pyrophosphorsäure
(H 4 P 2 0 7 ) über, während beim Erhitzen auf 300“
Metaphosphorsäure (HP0 3 ), eine weiche, gla
sige und klebrige Masse entsteht. Ein Gemisch
von Pyro- und Meta-P. mit 15—20 °/o Natriummetaphosphat
kommt in Form glasharter, spröder
Stängelchen als Eis-P. (Acidum phosphoricum
glaciale) in den Handel und findet in der
Färberei und Zeugdruckerei, ferner in der Analyse
zum Trocknen von Gasen und in der Medizin
beschränkte Anwendung. Die eigentliche
Orthophosphorsäure bildet als Ausgangsmaterial
für die Herstellung von Phosphaten eine der
wichtigsten Verbindungen.
Phosphorzinn, eine Verbindung von Zinn mit
Phosphor, wird zur Darstellung von Phosphor
bronze (s. d.) benutzt. Es erscheint als silberweiß
glänzende, blättrig-kristallinische Masse, die auch
bei höchstmöglichem Phosphorgehalt durch be
liebig oft wiederholtes Umschmelzen keinen Phos
phor verliert, so daß'beim Legieren von Kupfer
mit diesem P. keine anderen Vorsichtsmaßregeln
zu beobachten sind, wie bei Anwendung von gewöhnlicher
Bronze, Das P, wird von den Grau
pener Zinnwerken zu Mariaschein in Böhmen ge
liefert, und zwar gewöhnlich in zwei Sorten: Nr.o
mit 5 °/o und Nr. 1 mit 2V2 °/o Phosphor. Der
Schmelzpunkt der ersteren liegt bei 500 0 .
Photographische Apparate und Geräte. Die
Photographie, „die Herstellung von Bildern durch
das Licht“, beruht auf der Schwärzung des vom
Licht getroffenen Bromsilbers durch reduzierende
Chemikalien, die Entwickler. Das 'Bild wird in
einem lichtdichten Behälter, der Kamera, durch
Sammellinsen, Objektive, entworfen. Je nach
der Schärfe und Lichtstärke ihrer Bilder unterscheidet
man die Objektive als Landschaftslinsen,
Periskope, Aplanate, Anastigmate
und je nach jhrem Bildwinkel und der dadurch
bedingten Perspektive als Weitwinkel, Universal-,
Porträt-, Tele-Objektive. Es gibt
sog. .gekittete und ungekittete Konstruktionen.
Die Größe des Abbildungsmaßstabes hängt außer
von der Entfernung nur noch von der Brennweite
ab. Das Bromsilber wird auf starrer oder biegsamer
Unterlage angewandt als Platten bzw.
Films. Letztere werden rollenförmig (Rollfilms)
oder als Einzelblätter übereinandergepackt (Packfilras)
in die .Kamera eingeführt. Die Behälter
für das lichtempfindliche Material, die Kassetten,
bringen die Platte usw. genau in die Ebene
fies Bildes. Man kennt einfache (z. B. Metall-),
doppelte (Holz- und Metall-) und sog. Wechselkassetten
(Plattenmagazine) je nach der Zahl der
darin enthaltenen Platten. Um entwiokelbar zu
sein, muß das Bild je nach der Lichtstärke des
Objektives eine bestimmte Zeit lang auf die Platte
gewirkt haben. Zur Bemessung dieser Belichtungszeit
(Exposition) dienen die sog. Verschlüsse;
der Objektivdeckel (nur für Zeitaufnahmen
von mindestens 1 Sekunde), der Objek
tivverschluß bzw. Zentralverschluß, der für verschiedene
Geschwindigkeiten geliefert wird (z. B.
von den Ernemann-Werken, A. G., Dresden, der
Automatverschluß für Aufnahmen bis V100 Sekunde),
der Sektoren- bzw. Autosektorenverschluß
für Momentaufnahmen bis Vsoo Sekunde. Man
findet die Belichtungsdauer durch den Belichtungsmesser
(z.B. Heydes Aktinometer). Da
Objektiv und Kassette je nach der Entfernung des