DÄNEMARK. — Militärwesen.
379
fand sich ganz Jütland in der Gewalt der Verbündeten, so dass die Ein
künfte daher völlig versiecht waren.
Militärwesen. Conscription. Die mit dem 22. Altersjahre begin
nende Dienstzeit dauert 8 Jahre, wovon 4 (bei der Artillerie blos 2) auf
die Kriegsreserve kommen. Dann 8jährige Dienstpflicht im ersten, spä
ter, bis zum 45. Altersjahre, im zweiten Aufgebote. Factisch hat man
aber das Einexerciren der Recru ten bei der Infanterie auf 10 Monate be
schränkt, um eine desto grössere Anzahl in den Waffen üben zu können.
— Die Formation war bis zum letzten Krieg folgende •
Friedensfuss. Infanterie: Bataill., nemlich 1 Leibgarde, 22 Linie,
zu 4 ( omp., zus. Iü,ü3ü M — Cax'allerie; 25 Schwadr. (Leibgarde, Gardehusa-
renreg., 5 Dragonerreg zu 4 Escadr.), 3598 M. — Artillerie; 2 Reg. 12 Bat
terien zu 8 Kanonen , 25(iO etc. Zus. 22,900 nominell, factisch etwa 12,000 M
T J^riegsstärke 45 Bataill. Infanterie, 20 Schwadr. Reiterei, 15 Batte
rien etc., zus. 50,000 M. — Als der jüngste Krieg drohte, theilte man die Ba
taillone, verstärkte sie durch weitere Ausgehobene, so dass ihre Zahl sich ver-
donnelte und dann Regimenter aus ihnen gebildet wurden. Man erhielt für den
Felddienst 3 Infanterie-Divisionen jede zu 3 Brigaden à 2 Bataill.) und 1 Ca-
vallerie-Division von 0 Reg. Der Rest der Infanterie diente als Reserve. Obwol
die Gesammtstärke zu 55 — 00,000 M. angegeben ward, scheint dieselbe doch
nur sehr kurze Zeit 40,000 ^I. betragen zu haben. — Die Regimentsverbände
der Infanterie sind, als unzweckmässig, wieder aufgehoben, überhaupt ist die
Truppenzahl vermindert. Es ist indess eine völlige Umgestaltung aes Heer
wesens nothwendig. (Mährend des früheren Schleswig-Holstein’schen Kriegs
von 1849 etc. ward die Stärke des dän. Heeres so angegeben : Infanterie 49,301,
C’avallerie 10,027, Artillerie 9,000, zusammen 09,000 mit 144 Geschützen.)
Festungen : Kopenhagen mit der Citadelle Friedrichshafen, Kron-
burg, Korsör, Nyborg, Friedericia, Christianör bei Bornholm.
Marine (bei Ausbruch des Krieges) ; a. Panzerschiffe: 2 Corvetten
à 8 Kanonen, 1 Batterie (Rolf Krake) mit 4, 2 Schooner à 3; — b. ge
wöhnliche Schraubendampfer : 1 Linienschiff von 04 K. , 300 Pferde
kraft, 4 Fregatten, zus. 102 K. , 3 Corvetten, 2 Schooner, 7 Kanonen
boote; — c. 7 Raddampfer; zus. 29 Damj)fer mit 383 Kanonen; —
d. 9 grössere Segelschiffe mit 330 Kan. (darunter 2 Linienschiffe zu
84 Kan., und 2 Fregatten); — e. 50 Ruderschiffe. — Gesammte Marine
mannschaft 1 7 40. — Es fanden während des Kriegs noch einige neue
Erwerbungen von Schiffen statt; dann aber auch einige Verkäufe. Auch
der Marineetat muss nothwendig stark vermindert werden.
Dänemark hatte 1785 eine Landmacht von 75,203 M. , wovon
35,715 auf Norwegen kamen. Da der grösste Theil aus Landwehr be
stand, so betrugen die Kosten nur 1 003,922 Rthlr. Die Marine zählte
60 Schiffe (darunter 33 Linienschiffe, zum Theil unbrauchbar) mit 2060
Kanonen, 10,961 Matrosen und 5000 Seesoldaten. In der Seeschlacht
bei Kopenhagen, 2. April 1801, litt die dänische Flotte bedeutend
(wurden doch auch von der englischen Flotte unter Nelson 1 4 Schiffe,
wobei 2 Linienschiffe, kampfunfähig). Nach dem Bombardement Kopen-
hagen’s, 2—5. Sept. 1807, führten die Briten die gesammte dänische
Flotte hinweg; 18 Linienschiffe, 15 Fregatten, 0 Briggs und 25 Ka
nonenboote. — Im Feldzuge von 1813 stellten die Dänen den Franzosen
1 2,000 M Hülfstruppen. — Im ersten Schleswig-Holstein'sehen Kriege
kämpften beide Theüe sehr tapfer. Die Dänen verdankten indess ihre