Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

DÄNEMARK. — Militärwesen. 
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fand sich ganz Jütland in der Gewalt der Verbündeten, so dass die Ein 
künfte daher völlig versiecht waren. 
Militärwesen. Conscription. Die mit dem 22. Altersjahre begin 
nende Dienstzeit dauert 8 Jahre, wovon 4 (bei der Artillerie blos 2) auf 
die Kriegsreserve kommen. Dann 8jährige Dienstpflicht im ersten, spä 
ter, bis zum 45. Altersjahre, im zweiten Aufgebote. Factisch hat man 
aber das Einexerciren der Recru ten bei der Infanterie auf 10 Monate be 
schränkt, um eine desto grössere Anzahl in den Waffen üben zu können. 
— Die Formation war bis zum letzten Krieg folgende • 
Friedensfuss. Infanterie: Bataill., nemlich 1 Leibgarde, 22 Linie, 
zu 4 ( omp., zus. Iü,ü3ü M — Cax'allerie; 25 Schwadr. (Leibgarde, Gardehusa- 
renreg., 5 Dragonerreg zu 4 Escadr.), 3598 M. — Artillerie; 2 Reg. 12 Bat 
terien zu 8 Kanonen , 25(iO etc. Zus. 22,900 nominell, factisch etwa 12,000 M 
T J^riegsstärke 45 Bataill. Infanterie, 20 Schwadr. Reiterei, 15 Batte 
rien etc., zus. 50,000 M. — Als der jüngste Krieg drohte, theilte man die Ba 
taillone, verstärkte sie durch weitere Ausgehobene, so dass ihre Zahl sich ver- 
donnelte und dann Regimenter aus ihnen gebildet wurden. Man erhielt für den 
Felddienst 3 Infanterie-Divisionen jede zu 3 Brigaden à 2 Bataill.) und 1 Ca- 
vallerie-Division von 0 Reg. Der Rest der Infanterie diente als Reserve. Obwol 
die Gesammtstärke zu 55 — 00,000 M. angegeben ward, scheint dieselbe doch 
nur sehr kurze Zeit 40,000 ^I. betragen zu haben. — Die Regimentsverbände 
der Infanterie sind, als unzweckmässig, wieder aufgehoben, überhaupt ist die 
Truppenzahl vermindert. Es ist indess eine völlige Umgestaltung aes Heer 
wesens nothwendig. (Mährend des früheren Schleswig-Holstein’schen Kriegs 
von 1849 etc. ward die Stärke des dän. Heeres so angegeben : Infanterie 49,301, 
C’avallerie 10,027, Artillerie 9,000, zusammen 09,000 mit 144 Geschützen.) 
Festungen : Kopenhagen mit der Citadelle Friedrichshafen, Kron- 
burg, Korsör, Nyborg, Friedericia, Christianör bei Bornholm. 
Marine (bei Ausbruch des Krieges) ; a. Panzerschiffe: 2 Corvetten 
à 8 Kanonen, 1 Batterie (Rolf Krake) mit 4, 2 Schooner à 3; — b. ge 
wöhnliche Schraubendampfer : 1 Linienschiff von 04 K. , 300 Pferde 
kraft, 4 Fregatten, zus. 102 K. , 3 Corvetten, 2 Schooner, 7 Kanonen 
boote; — c. 7 Raddampfer; zus. 29 Damj)fer mit 383 Kanonen; — 
d. 9 grössere Segelschiffe mit 330 Kan. (darunter 2 Linienschiffe zu 
84 Kan., und 2 Fregatten); — e. 50 Ruderschiffe. — Gesammte Marine 
mannschaft 1 7 40. — Es fanden während des Kriegs noch einige neue 
Erwerbungen von Schiffen statt; dann aber auch einige Verkäufe. Auch 
der Marineetat muss nothwendig stark vermindert werden. 
Dänemark hatte 1785 eine Landmacht von 75,203 M. , wovon 
35,715 auf Norwegen kamen. Da der grösste Theil aus Landwehr be 
stand, so betrugen die Kosten nur 1 003,922 Rthlr. Die Marine zählte 
60 Schiffe (darunter 33 Linienschiffe, zum Theil unbrauchbar) mit 2060 
Kanonen, 10,961 Matrosen und 5000 Seesoldaten. In der Seeschlacht 
bei Kopenhagen, 2. April 1801, litt die dänische Flotte bedeutend 
(wurden doch auch von der englischen Flotte unter Nelson 1 4 Schiffe, 
wobei 2 Linienschiffe, kampfunfähig). Nach dem Bombardement Kopen- 
hagen’s, 2—5. Sept. 1807, führten die Briten die gesammte dänische 
Flotte hinweg; 18 Linienschiffe, 15 Fregatten, 0 Briggs und 25 Ka 
nonenboote. — Im Feldzuge von 1813 stellten die Dänen den Franzosen 
1 2,000 M Hülfstruppen. — Im ersten Schleswig-Holstein'sehen Kriege 
kämpften beide Theüe sehr tapfer. Die Dänen verdankten indess ihre
	        
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