PORTUGAL. — Finanzen.
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Budget der überseeischen Besitzungen Milreis:
Einnahme Bedarf
Cap-Verdische Inseln .... 103,152 124,932
Inseln St. Thomas und Principe 25,050 42,180
Angola 273,308 318,591
Mozambique ....... 88,929 143,905
Indische Besitzungen .... 320,342 308,690
Timor 5,798 20,028
Macao 162,958 107,171
Zus. (Deficit 86,620) 978,537 1'066,157
Frühere Einkünfte : Aufstellung von 1775 :
Einkünfte aus dem Königreiche 7 Mill. Rthlr. ; aus Brasilien: V, des Gol
des 1*, Mill., vom Diamantenhandel 1 Mill., von sonstigen dortigen Auflagen,
Pachten, Taxen 3 Mill. Rthlr. ; aus den afrikanischen und ostindischen Be
sitzungen 4 Mill. ; von der Kreuzbulle für Rechnung der Krone 1 Mill. ; zu
sammen gegen 18 Mill. Thlr.
Nicht nur in den Bewegungsjahren von 1S20, sondern auch in den
1830er, 40er u. 50er Jahren schlossen die Budgets fast regelmässig mit
Deficiten. Erst in der Neuzeit ist es dem Staate gelungen, wenigstens
seinen laufenden Verpflichtungen gegen die auswärtigen Gläubiger nach
zukommen.
Schuld. Stand am 30. Juni 1803 (nach dem Goth. Almanach).
Mil-Reis
Neue Fonds (innere Schuld 89'771,400M.-R., äuss. 19’353,452;^) = 174’222,829
Differirte Schuld (innere 273,751 M.-R., äussere 156,635 = 957,250
Rückständige Zinsen (innere 718,429 M.-R., äussere 322,305 jf) = 2*124,853
Gesammtschuld 177*304,932
Ein Theil der Schuld (namentl. ein Anlehen von 5 Mill, wurde für
Eisenbahnbauten contrahirt, indem die Regierung die betr. Gesellschaft mit
123,653 Fres. pr. Kilometer subventionirte. — Ausser obiger Summe ist nicht
nur eine schwebende, sondern es sind auch mancherlei Specialschulden vor
handen.
Im Jahre 1754 berechnete man die Staatsschuld auf 19 Mill. Rthlr.;
1843 gab man dieselbe zu 80*708,000 Mil-Reis an, einschliesslich
2*200,000 Papiergeld. (Dieses Papiergeld stand 32—34 Proc. unter
seinem Nominalwerthe.) Bis Ende 1852 war dann das Verhältniss der
Schuld unbedingt in Dunkel gehüllt. Damals nahm man 120 Mill. an.
Ein Decret vom 18. December 1852 setzte zwangsweise alle Zinsen auf
3 Proc. herab ; ein Theil der Gläubiger protestirte dagegen. (Das An
lehen Dom Miguel*s von 1832, angeblich’1 Mill. Mil-Reis, wovon nie
Zinsen bezahlt wurden, ist nicht anerkannt und vorstehend nicht einge
rechnet.) — Nach Teixeira des Vasconcellos wuchs die Schuld so an.
1826
1835
1838
1848
35*523,000 Mil-Reis
55*280,990
82*040,514
74*193,180 -
1849
1853
1855
1859
74*421,197 Mil-Reis
79*353,942
93*314,340
131*574,485 -
Mehre Anlehensversuche, selbst für Eisenbahnzwecke, sind in den
Jahren 1859, 60 und 62 misslungen, da die Regierung ihre Verbindlich
keiten gegen die ältern Gläubiger, insbesondere gegen die auswärtigen
nicht erfüllte (1837 bezahlte man die Zinsen der innem Schuld, suspen-
dirte aber die Entrichtung jener der auswärtigen). Im März 1861 er
klärte die Regierung den Cortes, dass sie die Desamortisirung auch ohne
Zustimmung des Papstes vornehmen werde. Von dieser Zeit an scheint