ALLGEMEINE VTÎRHÂLTNISSE. — Sterblichkeit.
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2) Obwol allenthalben mehr Knaben ah Mädchen geboren werden,
ist doch die weibliche Bevölkerung im Ganzen die zahlreichere. Wir ver
weisen auf die Specialangaben bei den einzelnen Staaten. So war die
Ueberzahl der Frauen :
876,920 in Preussen (1858) . . 65,889
97,217 im Zollvereine (1855) . 299,024
1’620,080 in Schweden (1855) . . 111,096
in England (1861) ,
- Frankreich (1861)
- Russland (1858)
Ausser den allgemeinen Sterblichkeitsverhältnissen tragen zu die
sem Resultate bei : 1 ) die anstrengendere Beschäftigung der Männer,
nur theilweise ausgeglichen durch die Niederderkunften der Frauen ;
2) öftere Excesse in der Lebensweise der Männer ; 3) Kriege und selbst
im Frieden — der Menschen verschlingende Militärdienst; 4) endlich
in Europa noch die Auswanderung vorzugsweise von Männern nach an
deren Erdtheilen. Dass in Ländern wie Californien und Australien die
Ueberzahl auf Seite der Männer ist, bedarf keiner Erklärung. Dagegen
muss erwähnt werden, dass in dem von Auswanderungs- und Kriegs
verlust freien Belgien bei der letzten Aufnahme die männliche Bevölke
rung um 14,105 überwog. Diese Erscheinung, im Zusammenhalte mit
den Ergebnissen der früheren Zählungen, ist geeignet, uns zu der Ver-
muthung zu führen, dass ein Ueberwiegen der weiblichen Bevölkerung
aufhörte, wenn die naturwidrige Verminderung der Männer durch Aus
wanderung (wie in Deutschland) oder durch Kriege (wie in Frankreich,
unter besonderer Berücksichtigung der ununterbrochenen Soldatenopfer
in Algerien) ihr Ende nähme. Nach den grossen Kriegen überwog die
weibliche Bevölkerung auch in Belgien. Bei der Zählung vom Jahre 1 829
betrug dieses Mehr auf jede Million Einw. noch 37,370; bei der Zäh
lung von 1846 war der weibliche Ueberschuss auf jede Million nur noch
2341, also höchst unbedeutend. Und nun fand sich 1856 sogar ein
männlicher Ueberschuss von 3114 auf jede Mill. Einw.
3) Die Sterblichkeit ist im Allgemeinen, und namentlich im frühesten
Alter, grösser beim männlichen ah beim weiblichen Geschhchte. Wir ver
weisen zunächst auf die S. 182 u. 483 abgedruckten Sterbelisten.*) In
England ergaben sich 1859 auf je 100,000 Kinder unter 5 Jahren bei
den Knaben 7325 Sterbfälle, bei den Mädchen nur 6363. Nach Marc
d’Espine [Notice statistique sur les lois de Mortalité et de Survivance)
starben in den Jahren 1838 — 45 im Kantone Genf:
am ersten Tage .
in der ersten Woche
in der zweiten -
in der dritten
in- der vierten
Knaben Mädchen
78 63
168 152
68 53
56 39
29 20
im ersten Halbjahre
im zweiten
im zweiten Jahre
im dritten
Knaben Mädchen
536 420
156 144
223 201
113 108
eine grössere Zahl Knaben, im andern Fall eine grössere Zahl Mädchen geboren
werde. Die verdienstlichen Untersuchungen von Prof. Dr. Itreslau in Zürich
haben auf Grund der Erhebungen in dem genannten Kantone die Unhaltbar
keit auch dieser Behauptung dargethan.
*) Nach Heltft kommen von den im ersten Altersjahre sterbenden Kindern
überhaupt auf den 1. Monat über 25 Proc., auf den 2. Monat 10%, den 3. 9,5,
den 4. 9,8, den 5. 7,7, den 6. 6,6, den 7. 6,5, den 8. 5,5, den 9. 5,2, den 10. 5,5,
den 11. 4,8 und den 12. 4,4%.
Kolb, Statistik. 4. Aufl.
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