Full text : Währung und Handel

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dem  alten  Britannien  nnd  selbst  noeh  im  17.  dalirliunderte  in
einigen  enropäisclien  Staaten;  auf  melireren  liinteiasiatiseben
Inseln  und  in  îlexiko  war  Zinngeld  lange  Zeit  gdiräuclilieli.
Aueli  die  Ausprägung  von  Blatln  wurde  1828  bis  1845  in
Russland  versuclit,  jedoch  wegen  der  allzu  grossen  Werth-Schwankungen
  dieses  Metalls  bald  wieder  aufgegeben.
In  den  civilisirten  Staaten  werden  gegenwärtig  nur  mehr
Nickel,  Kupfer,  Silber  und  Gold  als  Münzmetalle  betrachtet
u.  zw.  die  ersten  beiden  als  Stoffe  zur  Ausprägung  von
Scheidemünze,  die  beiden  letzteren  als  eigentliche  Währungsmetalle. ­
  Die  Geldfunction  des  Goldes  und  des  Silbers  ist  jedoch
eine  uralte.  Vermöge  der  ihnen  anhaftenden  ganz  besonderen
Unzerstörbarkeit  und  wegen  ihres  hohen  Werthes  haben  diese
beiden  edlen  Metalle  schon  im  grauen  Alterthume  bei  jedem
Volke,  das  mit  ihnen  bekannt  wurde,  alsbald  die  Herrschaft
im  Geldverkehre  erobert  und  diese  aucli  bis  zum  heutigen
Tage  unbestritten  behauptet.
Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  dass  sich  alle  Metallgeldsysteme ­
  ursprünglich  aus  dem  Gewichtsgelde  entwickelten.
Im  alten  Testamente  finden  sich  unzweifelhafte  Beweise  dafür,
dass  die  Hebräer  das  Geld  lange  Zeit  nicht  zählten,  sondern
wogen.  Dieselbe  Gepflogenheit  besteht  auch  heute  in  den
meisten  Ländern  Ostasiens,  so  in  China  und  Hinterindien.  Sie
gilt  übrigens  auch  in  den  Ländern  abendländischer  Civilisation
noch  immer  im  internationalen  Handel  als  Regel.  Ausserhalb
der  Landesgrenzen  haben  die  meisten  IMünzen  keinen  (  ourswerth
  mehr,  sie  werden  nur  nach  ihrem  Gewichte  angenommen
und  selbst  die  sogenannten  Weltmünzen  bleiben,  wenn  sie
einigermassen  abgegriffen  und  abgenützt  sind,  demselben
Schicksale  unterworfen.
Es  liegt  aber  auf  der  Hand,  dass  im  internen  Verkehre
dieses  Gewichtgeld  von  den  grössten  Unbequemlichkeiten  begleitet ­
  ist.  Schon  in  früher  Zeit  versuchte  man  daher
gleichzeitig  bei  verschiedenen  Culturnationen  die  umständliche ­
  Procedur  des  Wägens,  insbesondere  aber  des  Untersuchens
  auf  den  Feingehalt,  überflüssig  zu  machen,  indem  man
die  eursirenden  Metallstücke  als  Beglaubigung  für  ihren  Werth
mit  dem  Stempel  irgend  einer  anerkannten  Autorität,  als  die
sich  naturgemäss  in  erster  Linie  die  Staatsgewalt  darbot,  ver-
            
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