Full text: Währung und Handel

231 
den persischen Silbersiglos. Aus altegyptischen Inschriften 
lässt sich eine ähnliche Werthrelation erkennen, aber ganz 
ebenso unzweifelhafte Beweisstücke sprechen dafür, dass ab 
wechselnd mit dieser Werth relation in den Staaten der alt- 
asiatischen Cultur auch das Verhältniss von 13 zu 1, 12 zu 1 
und IIV2 zu 1 sich lange Zeit erhielt. Geschichtliche Docu 
mente aus der Zeit vor Christus berichten auch über vor 
übergehende Werthrelationen von 10 zu I und von 8 zu 1 ; 
sowie umgekehrt 21-8 v. dir. in Horn einmal Goldmünzen in 
(1er Relation von 1714 zu 1 geprägt wurden. Man sieht also 
dass Schwankungen von über UH) l’ercent sich aus der ältesten 
Zeit nachweisen lassen. 
Unter den römischen Kaisern hielt sich die Werthrclation 
der Gold- und Silbermünzen im Durchschnitte auf ungefähr 
11 zu 1. Doch war dieselbe steten Schwankungen unter 
worfen und zu Constantins Zeiten galt 14 zu 1 als das Nor 
male. Die Ursachen all’ dieser Veränderungen waren wohl 
die nämlichen, die auch heute die Preise der Edelmetalle be 
einflussen, nämlich neue Funde reichhaltiger Silber- oder Gold 
minen, neu angeknüpfte Handelsbeziehungen mit Ländern, die 
stärkeren Begehr nach Silber oder Gold hatten, oder von diesen 
^Metallen bedeutende (Quantitäten abgeben konnten. 
Im ganzen Mittelalter schwankte die Werthrelation ört 
lich und zeitlich zwischen 12’ , zu 1 und 0 zu 1. Anhalts 
punkte dafür, dass das Gold unter das Neunfache des Silber- 
werthes im I’reise gesunken sei, sind uns nicht erhalten, wohl 
aber stieg sein Werth, wenn auch nur vorübergehend, bis 
über das Dreizehnfache. ’) 
') Soetboer vi'röftentliclit im 1875er Dando von Mirth’s .\nnalen einige Zn- 
sammenstellungen über die Werthrclation der Edelmetalle nach englischen und 
deutschen Quellen. Er bemerkt dabei, dass diese (¿ucllen mit einiger Vorsicht 
zu gebrauchen seien, da nicht überall klar ware, ob nicht in mancheir hallen 
der zur Zeit angenomiuene Goldmünzfuss zu Finanzoperationen benützt wurde. 
Unter diesem Vorbehalte ergibt sich aus englischen Münzverordnungen von 
1104 bis 1404 folgende Schwankung der Werthrelation; 
im Jahre 1104 wie 1 : O-o 
„ „ 1256 „1:9., 
„ „ 1262 „ 1 : 9-, 
„ „ 1292 „ 1 : l2.i(V) 
„ „ 1344 „ 1 : 110 
„ „ 1346 „ 1 . 11.; 
im Jahre 1352 wie 1 : ll'.¿ 
1412 „ 1 : 10.., 
1422 „ 1:12 
1465 „ 1 : 11., 
1494 „ 1:12
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.