Full text : Währung und Handel

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Sendungen  an  ihre  fremdländische  ('lientel  sowohl  als  in
den  Capitalsbezügen  von  derselben  weniger  Baarmittel  zu  senden ­
  und  entgegenzunelimen,  als  diese  von  Fall  zu  Fall  beanspruchen ­
  und  abgeben  wollen.  Dass  dies  geschieht,  kann  umsoweniger ­
  bezweifelt  werden,  da  ja,  wie  soeben  nachgewiesen
wurde,  umfangreiche  Capitalsendungen  aus  England  dort  den
Circulationsmittelvorrath  beengen  und  folglich  den  Zinsfuss  für
(ield  steigern,  also  das  Gold  gesuchter  machen  und  den  Capitalexport
  in  anderer  Form  vortheilhaft  erscheinen  lassen  ;  während
ein  umfangreiches  Zurückströmen  von  Capital  kraft  derselben
Ursachen  das  Gold  abundant  macht  und  folglich  die  Empfangnahme ­
  des  Capitals  in  anderer  als  Goldform  wünschen  lässt.
Die  Baarmittelsendungen  und  Empfänge  werden  sich  also  in
der  Kegel  weder  genau  den  englischen,  noch  genau  den  Verhältnissen ­
  jenes  Landes  anpassen,  welches  von  England  Capital
nimmt  oder  dahin  sendet,  sondern  sich  in  der  Mitte  zwischen
beiden  befinden.  Aber  die  Störungen  werden  trotzdem  immer
empfindlicher  für  die  englische  als  für  die  fremdländische  Circulation ­
  sein,  denn  wenn  England  eine  Million  zu  viel  an  Circulationsmitteln
  entnommen,  gleichzeitig  aber  dem  Auslande
immer  noch  eine  Million  zu  wenig  an  Circulationsmitteln  zugeführt ­
  worden  ist,  so  wird  dadurch  in  England  ein  Verkehr
von  1(K)  Millionen,  im  Auslande  dagegen  blos  ein  solcher  von
10  Millmnen  der  Circulationsmittel  entbehren.  Dies  ist  die
Ursache,  warum  in  Zeiten  allgemein  steigenden  Unternehmungsgeistes ­
  der  Bankzinsfuss  in  England  verhältnissmässig  stärker
steigt,  in  Zeiten  abnehmenden  Unternehmungsgeistes  verhältnissmässig ­
  tiefer  sinkt  als  sonst  woauf  dem  Continente,  ohne
dass  der  landesübliche  Zinsfuss  für  anderweitige  Capitalien
dieser  Bewegung  hier  und  dort  zu  folgen  brauchte.
Und  diese  Empfindlichkeit  des  Geldmarktes  gegen  die
Ca  pitaIsver  Wendung  nimmt  naturgemäss  im  selben  Masse  ab,
wie  der  Capitalsreiehthum  und  die  Creditentwicklung  ;  sie
nimmt  ab  mit  der  Leichtigkeit,  an  den  Capitals-  undCirculationsmittelströmungen
  der  reicheren  Länder  zu  participiren.  Deshalb
aber  die  Goldwährung  zu  perhorresciren,  wäre  ziemlich  gleichbedeutend ­
  mit  der  Furcht  vor  kräftiger  Nahrung,  weil  diese  zugleich ­
  die  Begierden  und  Leidenschaften  steigert.  Der  Schaden,
den  die  im  Gefolge  der  Goldwährung  einhergehenden  grösseren
            
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