Full text : Währung und Handel

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Ist  dies  aller  nicht  der  Fall,  so  Hessen  sich  mir  noch
drei  weitere  Ursachen  der  Freist!nctnationen  finden,  nämlich
Ernteverhältnisse,  Steuerdruck  und  Krieg.
Dass  die  ersten  die  Preisschwankungen  nicht  erklären,  ist
bereits  wiederholt  hervorgehoben  worden.  Es  waren  zutalligerweise
  die  Getreidepreise  gerade  in  jenen  Jahren  am  massigsten,
in  denen  Löhne  und  Lebensmittel  stiegen,  und  umgekehrt  am
höchsten,  wenn  die  anderen  Preise  sanken.  Es  ist  nun  für  die
vorliegende  Betrachtung  ganz  gleichgiltig,  ob  diese  Preis  Verhältnisse ­
  des  Getreides  durch  die  speciell  inländischen  Ernteergebnisse ­
  oder  durch  die  Conjunctur  auf  dem  Weltmärkte
bedingt  waren;  auf  die  Preise  im  Allgemeinen  wirken  eben
die  Ernten  nur  in  Folge  ihres  Einflusses  auf  die  Getreidepreise ­
  und  wenn  daher  die  IMöglichkeit  vor  Augen  gehalten
wird,  dass  die  abnormen  Ih-eisbewegungen  in  den  beobachteten
vier  Epochen  durch  die  Ernten  hervorgerufen  sein  könnten,
so  kann  dies  nichts  anders  heissen,  als  dass  vielleicht  das
effective  Zurückgehen  der  verschiedenen  Preise  in  den  Zeiten
steigenden  Disagios  nicht  auf  das  Beharren  der  Preise  auf
dem  nominellen  Satze,  sondern  auf  eine  Wohlfeilheit  der  Bodenfrüchte ­
  in  Folge  reichlicher  Ernten  zurückzuführen  sei  und
umgekehrt,  das  Steigen  der  Preise  in  Zeiten  fallenden  Disagios ­
  nicht  auf  das  Beharren  der  Preise  bei  den  nunmehr  verminderten ­
  Werth  repräsentirenden  nominellen  Sätzen,  sondern
‘auf  eine  Theuerung  der  Bodenfrüchte  in  Folge  dürftiger  Fi  nten.
Nun  wurden  aber  die  Bodenfrüchte  theurer  gerade  in  den
Zeiten  sonst  allgemein  sinkender  Preise,  wohlfeiler  in  den
Epochen  sonst  steigender  Preise.  Die  Ernteverhältnisse  hätten
also  geradezu  entgegengesetzte  Erscheinungen  als  die  beobachteten ­
  hervorrufeii  müssen  und  da  sie  dieses  nicht  thaten,  so
muss  eben  die  Ursache,  nach  der  hier  geforscht  wird,  mit  um
so  grösserer  Kraft  gewirkt  haben.
Was  den  zweitmöglichen  Erklärungsgrund,  nämlich  die
Höhe  des  Steuerdruckes  anlangt,  so  ist  es  allerdings  richtig,
dass  dieser  letztere  in  Oesterreich  sowohl  absolut,  als  relativ
im  Vergleiche  zur  Ijeistungsfähigkeit  der  Bevölkerung,  weitaus ­
  grösser  ist,  als  in  den  meisten  anderen  Staaten  Europa's.
Es  ist  jedoch  eine  schon  von  Tooke  widerlegte  irrige  Ansiclit,
dass  Steuern  im  Allgemeinen  die'  Productionskosten  und
            
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