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Die Gütertarife.
die geradezu stauneiiswerthe Schnelligkeit und Sichei’hc*^’
mit der die Frachtberechnung erfolgt. Auf der London®^
Station Camden town der London and North-Western
werden jede Nacht ungefähr 1000 Versand-Frachtkarten
durchschnittlich 5—6 Positionen — einzelnen Sendungen
12 Stunden ausgefertigt, und die Frachtberechnung für di^s®
Schnelligkeit und circa 6000 Positioiieii wii’d durch nur 2 Beamten ausg®
Frad.tberecT fühi’t*), SO dass also für Jeden auf die Minute iinge^^^
nung in den eng. 4 Positionen kommen. Allerdings sind die — ihnen station^'
lischen Güter- . ” ;,n
expeditionen. weise zusammeii vorgelegten — Karten bereits vorher
Uebrigen fertig gestellt, so dass nur noch das Aufsuchen
anzuwendenden Tarifsatzes und die Ausrechnung der Fracht'
summe für das Gewicht der einzelnen Sendung erübrigt;
gerade dies ist die Hauptsache. Bei den deutschen Expe^^'
tionen, welche mit zahlreichen, in der Classification,
larifbestimmungen und sogar im System verschiedenen larifc^
arbeiten, ist das Auffinden des im einzelnen Falle anznvcn
denden Tarifsatzes häufig ein förmliches Studium, und ebenst
wird die Ausrechnung der Fracht durch die gesonderte^'
Procentzuschläge wesentlich erschwert. Die Annahme,
in den deutschen Expeditionen das Aufsuchen des Tarifsät^®
und .die Ausrechnung der Fracht ein Drittel der ga^^e"
Fjxpeditions-Arbeit und -Zeit in Anspruch nimmt, greift sich®^
zu niedrig. Aber selbst wenn man davon ausgeht
berücksichtigt, dass gegenwärtig in den deutschen Expeditic^^
büreaus ungefähr 50 Frachtbriefe pro Kopf und Tag erledig
werden und bei der grössten Anstrengung nur erledigt weid®
können, so würde in Deutschland jene Leistung nicht
sondern 40 Beamte, also die zwanzigfache Zahl
fordern, und natürlich auch entsprechend mehr kosteü-
Allei dings wird auf Camden town Station die von
beiden Beamten vorgenommene Frachtberechnung hi
Karten, noch durch einen andern Beamten, hauptsächlich '
) Vergl. s. 14.