Parceltarife.
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Ein Vergleich mit dem deutschen Eilgut zeigt im Wesent-
ichen folgende Unterschiede:
1) Während das unterscheidende Merkmal des deutschen
*guts eine objectiv bestimmte kurze Lieferfrist ist, wobei
der Eisenbahn überlassen bleibt, ob sie die Beförderung
Eersonen- oder Güterzügen bewirkt bezw. mit welchem
werden die parcels ausdrücklich zur Beförderung
Personenzügen oder mit einem bestimmten Personen-
aufgegeben, was natürlich eine noch schleunigere
pünktlichere Beförderung zur Folge hat. Ausser dem
willen der Postpaquet - Beförderung in England, dürfte mit
Erklärung der dortigen Einrichtung dienen, dass über-
l>estimmte Lieferfristen nicht existiren, und dass
g l^Grsonenzug Verbindungen zwischen den einzelnen
atienen bei der geringeren Ausdehnung und insularen Ab
geschlossenheit des Landes, geregelter und leichter über-
^hbar sind.
2) Die Parceltarife sind im Verhältniss zu den gewöhn-
^chen englischen Gütertarifen bedeutend höher als, in
^ eutschland, die Eilgut- im Verhältniss zu den Fracht-
gjittarifen, und die Tarifirung der parcels erfolgt für jedes
l^^zeliie Collo, nicht wie beim Eilgut für das Gesammtgewicht
"'''Gr Sendung.
Ha parcels werden dem Adressaten in der Regel ins
gebracht, vielfach auch aus dem Hause des Versenders
^"^h die I'uhrwerke der Bahn abgeholt.
4) Die parcels sind gewöhnlich die kleineren, in Deutsch-
' ^^i’ch die Post beförderten Paquete, und nur die, dem
eitischeii Verkehr mit London eignen, van parcels ähneln
"Gh Quantität und Qualität dem deutschen Eilgut.
Die Uebertragung des Parcelsystems auf Deutschland
wenigstens im Allgemeinen, kein Bedürfniss und eher
^^^^'^®^'i’a,then sein, weil für die kleineren, auch in England
'■ Hegel nach nur als parcel aufgegebene Paquete die
Vergleich der
Parcelbefdr-
derung mit dem
deutschen Eilgut.
Uebertragung auf
Deutschland.