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Parceltarife.
Die Frage des
Bedürfnisses nach
einer solehen
Einriehtung in
Deutseliland.
Das zu
erwartende
finanzielle
Resultat.
deutsche Postbeförderung in jeder Beziehung genügt
vielfach schon mehr leistet, als die Eisenbahn der Natui’
der Sache nach leisten können. Der Kreis der Sendungen,
für welche die Schnelligkeit der Postbeförderung noch
ausreicht, oder aus anderen Gründen Beförderung mit eine«:
bestimmten Eisenbahnpersonenzuge erwünscht erscheint
frische Seefische u. s, w. — ist nur gering, und für si«
dürften weniger weit gehende Massregeln, z. B. die be
kannte Einrichtung des Courierzugeilguts, ausreicbe«'
Dagegen könnte man es wohl vom allgemeinen Stan^'
punkte aus als eine Verschwendung bezeichnen,
die Eisenbahnen neben dem, vollständig für das Bedüii
niss ausreichenden Apparat der Post ihrerseits für de«'
selben Zweck noch einen Apparat errichteten, dessen Koste«
eher höher als in England sein würden. Bei der geringere«
Stärke der Züge, bei den im Durchschnitt kürzeren Keise
touren, endlich bei der durch die Gepäckräume in den P®:
sonenwagen erleichterten Mitnahme unexpedirten Gepäck^
ist eben dort die Summe des expedirten Gepäcks in d«:
Regel geringer, so dass der Zugführer den Parceldiß«^*
mit versehen kann. In Deutschland würde gewiss
fach besonderes Zugbegleitpersonal dafür nöthig werden.
Auf der anderen Seite wären die zu erhebenden Fracb^
Sätze in Deutschland durch den bestehenden billigen
paquettarit begrenzt, und schon bei nur gleichen Sclb^^
kosten wie in England könnte mithin von einem ähnliob®*^
finanziellen Resultat wie dort nicht die Rede sein.
englischen Eisenbahnmänner bezeichnen nämlich zwar
Parcellbeförderung als ausserordentlich lucrativ, aber d«^
Grund hiervon liegt eben in den hohen Tarifsätzen, und «:^^
den letzteren muss sich auch jenes Resultat ändeP^'
Bas Parcelsystem wird unter diesen Umständen
Deutschland wohl kaum als Selbstzweck, sondern «^^^
als ein, bei entsprechender Handhabung allerdings