IV Die socialen Nothstände u. die Soc.-Demokratie.
Hungertyphus in Berlin besprechender Leitartikel (1873, 28).
Dort heißt es:
„In den letzten zwei Wochen sind in der Berliner Cha-„
rite achtzehn — sage achtzehn Fälle von Hungertyphus nachgc-„
wiesen worden, von welchen fünf bereits einen tödtlichen
„Ausgang hatten."
„Die Sachlage ist bitter ernst, denn diese zunächst ver-„einzeltcn
Fälle der verhängnißvollen Krankheit im gegen-„wärtigen
Augenblick sind nichts weiter, als die Borposten
„der großen Scuchenarmee, welche sofort sich über die Arbci-„terklasse
ergießen muß, wo die schwindelhaften Untcrnehmun-„gen
des heutigen Tages zusammenbrechen und eine Krise
„und Arbeitsstockung erzeugen, welche ihres Gleichen suchen wird."
„Arbeitendes Boll, es gilt darum, daß Du Dich zu-„sammenschaarst,
daß Du das Banner Lassalle's erhebst! Er-„mannst
Du Dich nicht bei Zeiten, dann schaue dort die
„drohende Geißel, die dich züchtigen wird, den Hunger-„typhus."
Selbst dem „Volksstaat" geht diese Uebertreibung und
Ausbeutung des Elends zu Parteizwecken zu weit. Ernennt
(1873,21) diesen Leitartikel „einen wuthschnaubenden
Erguß über Hungertyphus inc bekannten nicht fuselsreien
Rinaldo-Rinaldini-Styl, welcher Erguß jeden Spießbürger
vom Kops bis zu den Füßen mit einer Ganshaut bedecken
muß."
Das rechte Licht über den Hungertyphus - Erguß verbreitet
uns eine Vergleichung mit dem Annoncentheil derselben
Nummer, welche jenen Leitartikel enthält. Dort finden
wir nicht weniger als fünf Einladungen an die Arbeiter
zu Ball, Concert und anderen Belustigungen in verschiedenen