Full text : Die Social-Demokratie

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VII.  Die  Religion  und  die  Soc.-Temàlie.

der  Arbeiterbesirebungen,  und  als  den  natürlichen  Bundesgenossen ­
  der  Arbeiterfeinde  zu  denunciren,  das  ist  satanisch ­
  klug.
Die  Social-Demokratie  begnügt  sich  nicht  mit  der  Bekämpfung ­
  des  Christenthums.  Sie  zieht  nicht  gegen  dasselbe ­
  zu  Feld,  weil  sie  anderen  Religionen  den  Vorzug  gibt,
sondern  weil  sich  keine  Religion  mit  ihr  vertragen  kann,
das  Christenthum  aber  die  herrschende  Religion  in  allen
Kulturländern  ist,  und  darum  auch  in  erster  Linie  bekämpft
werden  muß.  Dem  Socialismus  steht  jede  Religion  im
Wege,  weil  jede  Religion  einen,  wenn  auch  noch  so  sehr  verkümmerten, ­
  Gottesglauben  hat,  und  weil  jeder  Gottcsglaube
die  Glückseligkeitstheorie  des  Socialismus  durchkreuzt.  Die
Social-Demokratie  ist  sich  daher  auch  bewußt,  daß  ihr  Kampf
auf  religiösem  Gebiet  in  letzter  Linie  dem  Gottesglauben  des
Christen  wie  des  Juden,  wie  jeder  anderen  Religion  gelten
muß.  Zum  erstenmal  erhielten  wir  hierüber  volle  Klarheit,
als  wir  schon  vor  mehreren  Jahren  in  einer  öffentlichen
social-demokratischen  Parteiversammlung  Zeuge  einer  öffentlichen ­
  Kriegserklärung  gegen  Gott  waren.  Der  socialistische
Parteiführer  erklärte  öffentlich,  trocken  und  kalt:  „Wir  hal-„ten
  Gott  für  ein  Asyl  der  Dummheit,  wir  betrachten  Gott
als  das  größte  Uebel  in  der  Welt,  und  darunl  erklären  wir
„Gott  den  Krieg!"  Dian  nenne  eine  solche  Kriegserklärung
nicht  Wahnwitz  eines  Einzelnen.  Daß  jener  Parteiführer
im  Sinne  der  Partei  sprach,  beweist  uns  der  „Volksstaat",
der  nicht  weniger  deutlich  (1871,  88)  schreibt:
„Es  ist  demnach  ein  grober  Irrthum,  durch  welchen  eine
„sehr  verderbliche  Vernachlässigung  einer  durchaus  nothwen-„digen
  Agitation  verschuldet  wird,  wenn  man  sich  der  Vor-„stellung
  hingibt,  als  seien  die  bestehenden  kirchlichen  Einrich-„
  tungen,  welche  den  alten  theistischeu  Glauben  aufrecht  zu  er-
            
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