Full text : Die Social-Demokratie

Siegestaumkl.

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zu  erzeugen,  und  die  „noch  nie  dagewesenen  Leistungen"
der  deutschen  Heere  als  ein  „Geschwätz"  hinzustellen.
Durch  alle  Jahrgänge  des  „Polksstaat"  zieht  sich  bis
ans  den  heutigen  Tag  das  Streben  hindurch,  die  deutsche
Waffenehre  möglichst  zu  schmälern.  So  frohlockt  derselbe
(1872,  58):
„Dem  Siegestaumel  ist  ein  Eimer  kalten  Wassers
„über  den  Kopf  gegosten  worden  und  —  was  das  amüsanteste, ­
  —  von  einer  Seite,  von  der  man  am  allerwenigsten
„es  erwartet  hätte,  nämlich  durch  den  Großen  Preußischen
„Generalstab,  der  doch  am  besten  weiß,  wie  die  „Siege"
„zu  Stande  gekommen  sind.  Aus  beni  soeben  veröffentlichten
„Werk  besagten  Generalstabs  ersehen  wir  zwei  Thatsachen,
»die  auch  mit  dürren  Worten  ausgesprochen  sind,  1.,  daß
„Preußen  schon  1869  zum  Krieg  mit  Frankreich  vorbereitet
"war,  und  2.,  daß  Frankreich  bei  Ausbruch  des  „heiligen
„Kriegs"  nicht  zum  Krieg  mit  Preußen  vorbereitet  war.
„Eine  vorbereitete,  numerisch  stärkere  Armee  hat  also  eine
„unvorbereitete,  numerisch  schwächere  Armee  geschlagen,  —
"Ein  Kunststück,  zu  desien  Vollbringung  weder  besondere
„„Genialität"  noch  Tapferkeit  gehört,  und  das  wahrhaftig
„nicht  zu  be»  paukbackigen  Ruhmesfanfaren  der
ismarck'sche  n  Grrrrroß  -  Nationaltr  ompeter
„berechtigt."
Der  Bazaine'sche  Prozeß  bietet  dem  „Bolksstaat"  die
erwünschte  Gelegenheit,  sich  ganz  auf  die  Seite  der  Franzosen
zu  stellen  und  in  deren  Litanei  von  „Verrath"  mit  einzustimmen, ­
  um  für  die  Unfähigkeit  der  deutschen  Heerführer
einen  Beweis  sich  zu  fabriciren.  Man  glandi  kein  deutsches,
sondern  ein  französisches  Blatt  in  der  Hand  zu  haben,  wenn
wan  liest  (1874,  49):
„Zuvörderst  ist  für  das  lesende  Publikum  der  Erde
            
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