Full text: Die Social-Demokratie

40 II Das Deulsche Reich u. die Social-Demokraiic 
„Preuß'-Gedicht" schuld, sondern Diejenigen, denen der In- 
„halt desselben zur Last fällt." 
Es gibt für den „Voltsstaat" nichts Erhabenes und 
nichts Heiliges, das vor seinen giftigen Berunglimpfungen 
sicher wäre. Alles was mit dem Deutschen Reich nur in 
irgend welchem Zusamnienhang steht, wird gelegentlich von 
seinen Zorneswellen überfluthet. Am häufigsten gießt er 
seine Zornesschale aus über den deutschen Reichskanzler, den 
Fürsten Bismarck, der ihm als Schöpfer der deutschen Ein 
heit und als Hauptträger des Deutschen Reichs der größte 
Stein des Anstoßes ist. Wir müßten ein ganzes Buch 
füllen, wollten wir all die von giftigem Haß getränkten Pfeile 
sammeln, welche der „Bolksstaat" gegen den Mann schleudert, 
mit dessen Name die Erhebung des deutschen Bolkes unzer 
trennlich verknüpft ist, zu dessen Ruhm, gerade wegen seiner 
Verdienste um das Deutsche Reich der bestgehaßte Mann zu 
sein, der „Bolksstaat" sein gut Theil beigetragen hat und 
noch fortwährend beiträgt. Fast von Nummer zu Nummer 
begegnen wir den gehässigsten Schmähartikeln. Die Gelegen 
heit hierzu wird an den Haaren herbeigezogen, und bei den 
fortwährenden Kämpfen, welche Fürst Bisniarck durchzufechteu 
hat, dürfen wir den „Voltsstaat" selbstverständlich stets auf 
der Seite seiner Gegner und Feinde suchen. Sogenannte 
Enthüllungen (Lamarmora, 1874, 20) bieten dem „Volts 
staat" eine erwünschte Gelegenheit, die Verunglimpfungen 
der Bismarck'schen Politik als Rechtfertigung für seine 
Reichsfeindlichkeit auszubeuten. So schreibt er (1874, 20): 
„Hoffentlich wird es sich nicht bestätigen, daß Bismarck 
„und Lamarmora sich fordern und so das politische Duell 
„in ein studentisches — der Corpsbursch Bismarck wird uns 
„hier zustimmen — Duell auf drei Schritt Barrière ver 
handeln wollen. Es wäre jammerschade, wenn sich die
	        
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