Sociale Ordnung.
Verkeilung das Wort zu reden. Wir treten aber auch
denen entgegen, die überhaupt die Verschiedenheit und Ungleichheit
des Besitzes für die Wurzel alles Uebels erklären,
und darum die Mischung von Reichthum und Armuth in
der Gesellschaft beseitigen wollen. Wir haben uns noch
niemals auf die Seite Derer gestellt, die vergessen haben,
daß sie auch einen Herrn im Himmel haben, und die verlernt
haben, in ihren Untergebenen den Menschen zu sehen
und zu achten. Wir widerstreben aber auch Denjenigen
welche überhaupt das Verhältniß von Herr und Diener aus
der menschlichen Gesellschaft schaffen wollen. Nur absichtliche
Bosheit kann uns beschuldigen, solch schroffen Ausgestaltungen,
wie die genannten und ähnliche, den Stempel
der Gottesordnllng ausdrücken zu wollen. Eine Verschiebung
des von Gott geordneten Verhältnisses der Gesellschaftsglieder
wird aber dann eingetreten sein, wenn zwischen den vorderen
und hinteren Ringen der socialen Kette die Mittelringe herausgefallen
sind, wenn die von der socialen Ordnung bedingten
Abstufungen die Bindeglieder und damit auch die gegenseitige
Berührung und den Zusammenhang verloren haben. In
eineul solchen Falle die Lücken mit den Mittelgliedern wieder
auszufüllen, ist die für den Bestand, wie für die Gesundheit
des socialen Körpers unerläßliche Arbeit.
Anders denkt die Social-Demokratie. Das Egalitätsprincip
der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nach seinerrein
äußerlichen Auffassung hat sie aus ihre Fahne geschrieben.
Wie ihre Freiheit das Gehorchen ausschließt, so fordert
ihre Gleichheit die Verwischung aller Abstufungen im socialen
Leben. Cie will einen gesellschaftlichen Zustand schaffen, der
keine Hohen und Niederen, keine Herren und Diener, keine
Reiche und Arme mehr kennt und duldet, eine Gesellschaftsform,
die Gleichheit des Besitzes, richtiger Gemeinheit des
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