Full text: Die Social-Demokratie

Quelle alles Elends. 
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daß sociale Zustande hierbei mitwirken. Die Social-Demo- 
kratie kann und darf um keinen Preis diesen Faktor mit in 
Rechnung bringen, einmal, weil sie alsdann ihre ganze so 
ciale Theorie selbst über den Hausen werfen würde, dann 
aber auch, weil ihre kraß materialistische Anthropologie einen 
sittlichen Faktor im Menschen überhaupt nicht gelten läßt. 
Wie weit die anthropologischen Lehren der Social-Dcmokratie 
zur Entwürdigung, ja Perthiernng des Menschen führen, 
mögen folgende Stellen beweisen. Der „Polksstaat" schreibt 
in Nr. llO, 1874: „In der Wissenschaft ist das winzige 
„Stäubchen ein ebenso würdiges Sbjekt, wie der kosmische 
„Sternenhimmel. So wenig da die Eintheilung in Wnr- 
„diges und Unwürdiges statthaft, so wenig dnldet wisscn- 
„schaftliche Lebensweisheit die Eintheilung in Gutes und 
„Böses." 
Das „Fürther demokratische Wochenblatt" gießt denselben 
Gedanken in eine andere Form tuib führt ihn etwas weiter 
ans in Nr. 51, 1872: 
„Der Socialismus hat zur Grundlage die Erkenntniß, 
„daß es keine äußerliche, resp. überhalb der Naturgesetze 
„stehende Wesen gibt. Der Mensch selbst ist ein Indivi 
duum. nicht eine Person. Seine Willensänderungen sind 
„bestimmt durch die ihr: utngebenden gleichzeitigen und ver- 
„gaugenen Umstände, es gibt für ihn keine person- 
„liche Berantwortlichkeit. Die Gesammtheit der Individuen, 
„die von ihr getroffenen Einrichtungen und Gesetze bestim- 
„men Über das Schicksal, über Wohl und Wehe des Ein- 
„zelnen. Die sogenannte Strafe wird hiemit als Act 
„thierischer Rache erkannt. Der Socialismus wendet 
„sich enthusiastisch aus die Beseitigung schlechter, schädlicher 
„Institutionen, völlig fremd ist ihm aber der „Fanatis- 
„mus," der Haß gegen menschliche Individuen."
	        
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