Full text : Die Social-Demokratie

62  IH.  Umsturz  d.  Ordnung  durch  die  Loe.-Demokralie.
„Daun  aber,  dann  bricht  nach  finsterer  Nacht  der  Morgen
„an;  dann  schwinden  mit  der  Ausbeutung  für  das  arbei-„tende
  Volk  das  Elend  und  auch  das  Verbrechen."
Endlich  soll  auch  die  Cholera  die  Nothwendigkeit  des
von  der  Social-Demokratie  geplanten  Unlstnrzes  der  bestehenden ­
  Gesellschaftsordnung  beweisen,  wenn  der  „N.  Soc.-Demokrat"
  (1873,  81)  schreibt:
„Die  Cholera  kommt!  Ein  Angstschrei  ertönt  wieder
„auf  den  Bierbänken  und  läuft  durch  die  Spalten  der  Zei-„tungen,
  welcher  den  Bourgeois  aus  seiner  behaglichen  Ruhe
„stört,  in  der  er  den  Arbeitsertrag  Anderer  genießt;  es  ist
„der  Ruf:  „Die  Cholera  kommt!"  So  lange  das  sociale
„Elend  auf  die  Klasse  der  Arbeiter  beschränkt  bleibt,  so  lange
„schließt  die  besitzende  Klasse  ihm  gegenüber  die  Augen,  so
„lange  ist  es  ihr  gleichgültig,  ob  die  Arbeiterfamilien  in
„dumpfen,  ungesunden  Wohnllngcn  eingepfercht  sind,  welche
„man  richtiger  Pesthöhlen  nennen  müßte,  so  lange  kümmert
„es  sie  nicht,  wenn  unzureichende,  halbverdorbenc  Nahrung
„dem  Arbeitervolke  geboten  wird.  Da  erscheint  nun  auf  ein-„mal
  der  Nacheengel;  er  nistet  sich  ein  in  die  Hütten  der
„Armuth,  mag  er  Pocken,  Hungertyphus  oder  Cholera  heißen,
„er  vollzieht  des  ehernen  Lohngesetzes  fürchterliche  Konsequenzen.
„Aber  damit  ist  das  Werk  des  Verderbens  nicht  abgethan.
„Tie  moderne,  herrschende  Gesellschaftsklasse  hat  sich  selbst
„eine  Ruthe  gebunden,  auch  sie  wird  von  der  verheerenden
„Krankheit  ergriffen  und  decimirt."

„Wir  denunciren  die  heutige  Produktions-„weise,
  die  Ausbeutungder  Arbeit  durch  dasKapi-„tat
  als  die  Grundursache  jener  Seuchen.  Wir  ver-„werfen
  daher  auch  alle  kleinen  Palliativmittelchcn,  welche  die
„Regierungen  ergreifen,  wenn  das  Feuer  auf  den  Nägeln
            
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