Object: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

— 499 — 
Lackawanna- und Western-Eisenbahn wegen Nichterfüllung 
verwirkt waren, er es gewesen sei, der am 2. April 1855 eine 
Vorlage durchgebracht habe, die „alle Privilegien wieder- 
herstellte und weitere wichtige Rechte gewährte“. Er 
klagte über die übertriebenen Ausgaben der Direktoren 
und hob ausdrücklich hervor, daß, als er gewünscht hatte, 
einen Rechnungsrevisor zu erhalten, Blair und die anderen 
Direktoren sich geweigert hätten, einen zu ernennen. In 
bezug auf den Diebstahlsprozeß schrieb Phelps, „einer 
unserer Leiter (Blair) ist ein Direktor und großer Aktionär 
in der Lackawanna-Eisen- und Kohlengesellschaft; er be- 
sitzt den achten Teil der Lehigh- und Tobyanna-Land- 
gesellschaft; er hat weitgehendes Interesse an dem Grund- 
besitz längs der Bahnlinie und ist Präsident der Warren- 
Eisenbahn, deren wichtigster Unternehmer sein Sohn ist. 
Ein anderer Sohn ist Direktor und sehr großer Mitbesitzer 
der Lackawanna-Eisen- und Kohlengesellschaft‘“1) usw. 
In einem anderen privaten, vom 17. Januar 1857 datierten 
Rundschreiben bezeichnete Phelps Blair als „einen der Teil- 
haber, auf die er besonders Bezug genommen habe“ und als 
„Meinen Maßregeln systematisch sich entgegenstellend*“, 
Die abgerissenen Einblicke, die wir aus diesen Berichten 
gewinnen, bilden zweifellos nur einen Hinweis auf die 
vielseitigen sorgfältig ersonnenen Diebstähle, die von Blair 
nach jeder zugänglichen Richtung ausgeführt wurden ?). 
Blairs Eisenbahnen im Westen 
Blairs Beute bei diesen Unternehmungen scheint sehr 
groß gewesen zu sein. Sein Verfahren war so erfolgreich, 
1) „Private Erklärung an die Aktionäre der Delaware-, Lackawanna- und Western 
Eisenbahngesellschaft, 1856“, 6, 
?) So sehr nachgiebig das Gesetz auch war, wenn kapitalistische Interessen in 
Frage kamen, so hat es doch nachdrücklich erklärt, daß es als grundlegendes Prinzip 
anerkenne, es sei gegen die Staatspolitik, Kontrakte über den Bau einer Eisenbahn 
mit einem Direktor oder Beamten der Gesellschaft zuzulassen. „Alle solche Kon- 
trakte,‘“ sagt Elliott, „erscheinen sehr verdächtig und sind nach den klarsten Prin- 
zipien der Staatspolitik, wenigstens dann, wenn der gute Glaube fehlt, aufhebbar 
oder, nach einigen Autoritäten, nichtig.“ (Siehe Elliott on Railroads, 2, 839—840.) 
Dies klingt in der Theorie ganz schön, aber in der Praxis haben die Gerichtshöfe 
immer wieder Gründe gefunden, diese Betrügereien zu sanktionieren.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.