Full text : Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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weiteren  Stoffe  ausgeschlossen  ist,  gemachten  Beobachtungen  nur  die  Berichte
von  Charvet  vor.  Bei  dessen  Beobachtungen  ist  jedoch  die  Möglichkeit  der  Mitwirkung ­
  von  Arsenik  nicht  ausgeschlossen  und  wir  halten  uns  deshalb  ausschliesslich ­
  an  die  Beschreibung  von  Hirt.  Nach  diesem  prävaliren  bei  dem  chronischen
Anilismus  die  nervösen  Erscheinungen;  allgemeineAbgeschlagenheit,Kopfschmerz,
Ohrensausen,  Sensibilitätsstörungen  und  oft  hochgradige  Mobilitätsstörungen  sind
die  wesentlichsten  Symptome.  In  zweiter  Linie  stehen  Störungen  der  Verdauung,
Aufstossen,  Ekelgefühl,  Erbrechen,  Diarrhöen  u.  s.  w.  und  Hauterkrankungen:
eczematöse,  pustulöse  Anschläge,  welche  an  verschiedenen  Körperstellen,  in  spec,
an  dem  Scrotum  auftreten.
Bezüglich  der  pathologischen  Anatomie  der  Anilinvergiftung  sind
unsere  Kenntnisse  sehr  dürftig;  von  der  chronischen  Form  liegen  gar  keine  und
von  der  acuten  nur  sehr  wenige  Sectionen  vor.  Aus  den  letzteren  ist  hervorzuheben: ­
  starke  Füllung  der  Gefässe  der  Dura;  die  Pia  ödematös  getrübt;  die
Ventrikel  erweitert,  mit  Serum  gefüllt;  die  Hirnsubstanz  blutreich,  in  der  Umgebung ­
  der  Ventrikel  massig  erweicht;  in  dem  Sack  der  harten  Rückenmarkshaut
vermehrtes  Serum;  die  Substanz  des  Rückenmarks  blutreich;  die  Lungen  auf  der
Schnittfläche  Zinnober-  bis  Itellkirschroth,  leicht  ödematös,  sehr  blutreich;  im
linken  Herzen  hellrothes,  dünnflüssiges  Blut;  der  Darinkanal  durch  Gase  stark
ausgedehnt;  das  Nierenparenchym  sehr  blutreich;  die  Rindensubstanz  unbedeutend ­
  getrübt.
Dass  Anilin  in  irgend  einer  Form,  wie  dies  Galezowski  in  3  Fällen  beobachtet ­
  haben  will,  schädigend  auf  die  Augen  einwirkt,  konnten  wir  nicht  beobachten ­
  ,  indem  in  keinem  der  Räume,  in  welchem  Anilin  verarbeitet  wird,  jemals
Klagen  über  Sehstörungen  etc.  zu  unserer  Kenntniss  kamen.
Was  die  Erkrankungen  in  dem  Reductionsraume  an  belangt,  so
kamen  bei  einem  durchschnittlichen  Bestände  von  13  Arbeitern  neun
also  74  pCt.  Erkrankungen  pro  Jahr  vor.  (E.  Tab.  13).  Unter  diesen
Erkrankungen  sind  3  Fälle  von  Anilismus,  welche  in  einem  späteren
Abschnitte  des  Näheren  besprochen  werden.  Unter  den  anderen
Krankheiten  stehen  unter  einer  Gesammtzahl  von  48  Erkrankungen
innerhalb  der  letzten  5  Jahre  die  Krankheiten  der  Respirations-Organe
mit  14  und  die  Verletzungen  mit  8  Fällen  voran  (Tab,  E.  9.)  Von
den  Arbeitern  waren
4  durch  1  Jahr
2  .  2  n
2  ,  3  ,
1  «  4  „
1  „  ^  "
2  „  7  „
1  .  8  .
in  dem  Raume  beschäftigt.
            
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