Full text: Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals

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jedoch auch nicht so ängstlich, um aus einer Mittheilung ihrer Verhältnisse und der 
ihrer Nachbarn zu fürchten, dass nun etwa der Steuerbeamte davon erfahren und 
sie in den Steuern wesentlich höher schätzen würde. In dieser Tabelle sind zunächst 
alle diejenigen Ortschaften bis zu einer Meile östlich und westlich des Canals ange 
geben, von denen man annehmen konnte, dass sie in erster Linie dem localen Verkehr 
zufallen würden. Dies schliesst ja nicht aus, dass irgend ein Etablissement, das 
wesentlich auf Wasserfracht angewiesen ist, oder dass irgend ein Landwirth, welcher 
Interesse daran hat, seine Producte auf dem Wasserwege zu befördern, den neuen 
Weg benutzen wird, wenn er auch noch weiter als eine Meile östlich und westlich 
vom Canal wohnt. Solche Interessenten sind indessen nicht mit in Betracht gezogen 
worden, weil es zu schwierig war, ñir diese sporadisch auftretenden Bedürfnisse des 
Verkehrs zu der betreffenden Ziffer zu gelangen. Beigefügt sind die Ziffern der 
Zählung vom 1. December 1875, sowohl der bewohnten Häuser wie der Einwohner, 
sowie dieselben Ziffern vom 1. December 1880. Darauf folgen in der nächsten Rubrik, 
und zwar für jedes einzelne Dorf aufgeführt, alle diejenigen Etablissements, als Güter, 
Brauereien, Brennereien, Windmühlen, Fabriken aller Art, Braunkohlenlager, Torflager, 
einzelne grosse Waldungen, also solche Betriebe aller Art, welche die Wasserfracht 
benutzen können. Die letzte Rubrik enthält eine Characteristik des Verkehrs mit der 
summarischen Zusammenstellung des geschätzten Frachtquantums. 
Durch die schon genannten Fragebogen sind jene Vertrauenspersonen aufge 
fordert worden, bestimmte Ortschaften abzuschätzen bezw. deren Verkehr zu ermitteln, 
wozu ihnen angerathen worden ist, sie möchten sich nach ihren Ermessen mit den 
benachbarten Dörfern in Verbindung setzen, um zur Ziffer zu bringen, welchen Local 
verkehr dieselben für sich in Berechnung stellen. Diese Ziffern sind durch andere Ver 
trauenspersonen nochmals geprüft worden, und zum Schluss, da inzwischen einige Zeit ver 
gangen war und Aenderungen eingetreten sein konnten, sind die sämmtlichen Landraths 
ämter über alle vorhandenen Etablissements nochmals befragt worden. Soweit als 
möglich sind übrigens die Angaben und Mittheilungen der betheiligten Adjacenten, 
wiederum controlirt worden. Eine solche Controle war möglich einmal nach der 
Richtung hin, dass man nachrechnen konnte: wie viel ungefähr wird pro Kopf bei 
normalen Verhältnissen verbraucht, sodann, dass man vergleichen konnte: Wenn ein 
Bezirk auf so und so viel Einwohner ein Frachtquantum von so und so viel Gütern, 
z. B. Braunkohlen oder Bausteinen, angiebt, so müssen diese Zahlen mit den An 
gaben eines anderen Bezirks, sobald die Verkehrs- und Erwerbsverhältnisse ähnhch 
sind, dem Verhältniss der Bevölkerungsziffer entsprechend, übereinstimmen, — immer 
jedoch vorausgesetzt: unter normalen Verhältnissen. Die auf solche Weise erlangten 
Ziffern haben allerdings keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit, vielmehr wird 
mancher Fehler mit untergelaufen sein, auch ist es leicht möghch, dass, obwohl 
die Vertrauensmänner ersucht worden sind, nur den gegenwärtig bestehenden Verkehr 
zu ermitteln, doch hier und da auch dasjenige mit in Betracht genommen wurde, was 
erst auf Rechnung des spätem wachsenden Verkehrs zu setzen war, z. B. Braun 
kohlen mittlerer oder niederer Qualität, wie sie in der Gegend von Liebenwerda 
und Dobrilugk verkommen, die augenblicklich keinen Absatz haben, aber bei besseren 
Frachtverhältnissen sofort Absatz finden werden, — oder grosse Transporte von Feld 
steinen, die auf kurzen Strecken schon jetzt stattfinden und für den weiteren Transport 
nur auf bessere Fracht warten. Im Grossen und Ganzen hat jedoch der Verfasser 
den Eindruck erlangt, dass die hier genannten Verkehrsmengen vorhanden sind 
und dem Canal nach dessen Vollendung sofort zugehen können und wohl auch 
zugehen werden.
	        
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