Full text : Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals

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Nach  diesen  21  Orten  ist  binnen  3  Jahren  die  Zufuhr  böhmischer  Braunkohlen  per
Wasser  um  das  Doppelte  gestiegen,  und'  nur  Berlin  ist  fast  die  einzige  Stadt,  die
darin  keine  Zunahme  aufzuweisen  hat,  während  andere  Plätze  des  Wasserverkehrs,
selbst  das  viel  weiter  entfernte  Hambimg,  ihren  Bezug  gesteigert  haben.  Zum  Vortheil
der  Consumenten  wird  der  Elb-Spree-Canal  gerade  hier  berufen  sein,  der  Wasserstrasse
zu  ihrem  Recht  zu  verhelfen.
Nach  einer  Zusammenstellung  des  statistischen  Bureaus  der  Niederschlesisch-Märkischen
  Eisenbahn  gelangten  nämlich  in  1879  nach  Berlin
Steinkohlen  Braunkohlen
per  Eisenbahn  858  106  Tonnen  347  484  Tonnen
„  Wasser  95  025  „  9  604  „
953  131  Tonnen  357  088  Tonnen
in  Summa  1  310  229  Tonnen.

Von  diesem  Quantum  sind  55  547  Tonnen  Stein-  und  66  236  Tonnen  Braunkohle ­
  aus  Berlin  wieder  aus-  bezw.  durch  Berlin  durchgeführt  worden,  so  dass  auf
den  Jahresconsum  der  Stadt  entfallen:
897  584  Tonnen  Steinkohlen
288  852  „  Braunkohlen
Sa.  1  186  436  Tonnen.

Man  wird  der  Wirklichkeit  ziemlich  nahe  kommen,  wenn  man  den  Werth  der
im  Jahre  1879  in  Berlin  verbrannten  Kohlen  auf  20  Millionen  Mark  beziffert.  Den
weitaus  grössten  Th  eil  des  Berliner  Steinkohlenbedarfs  von  1879  lieferte

Oberschlesien,  mit
England  lieferte
Niederschlesien
das  Ruhr-Revier
das  Zwickauer  Revier
während  von  den  Braunkohlen  etwa
Sprungs  waren.

635  360  Tonnen  =  70,78  %.
92  077  „  =  10,26%,
91185  „  =  10,16%,
70  387  „  =  7,90  Vü?
8  075  „  =  0,90  Vo,
%  Böhmischen  und  40  Vo  Preussischen  Ur-Per

  Eisenbahn  sind  also  im  Jahre  1879  858  106  Tonnen  Steinkohlen  nach
Berlin  gekommen,  zu  Wasser  nur  95  025  Tonnen,  von  Braunkohlen  per  Eisenbahn
347  484,  per  Wasser  nur  —  9604  Tonnen,  Hierbei  muss  überraschen,  wie  wenig
Braunkohlen  zu  Wasser  nach  Berlin  kommen.  Die  Erklärung  liegt  darin,  dass  der
Umweg  per  Wasser  zu  gross  ist.  Die  Braunkohlen-Fracht  beträgt  per  Bahn  aus  Böhmen
nach  Berlin  95  Mark;  per  Wasser  (Elbe,  Havel,  Spree)  sinkt  sie  zwar  auf  70  Mark  herab,
wird  sich  aber,  wenn  der  Canal  fertig  ist,  auf  nur  55  Mark  stellen.  Nun  gehen
böhmische  Braunkohlen  per  Wasser,  meist  jedoch  per  Bahn  bereits  weit  über  Berlin
hinaus  bis  Hamburg,  Lübeck,  Kiel,  Rostock,  Stettin,  bis  weit  nach  dem  Osten  Pommerns
hinein,  östlich  nicht  blos  in  das  Odergebiet,  sondern  bis  in  das  der  Warthe,  nahezu
bis  zur  Weichsel.  Der  Absatz  ist  im  Norden  Deutschlands,  besonders  in  der  Richtung
des  Elb-Spree-Canals,  mit  jedem  Jahre  gestiegen,  immer  weitere  Kreise  sind  dem  Verbrauch ­
  böhmischer  Braunkohlen  erschlossen  worden.  Gelangen  diese  Brennstoffe  zu
ermässigten  Frachtsätzen  per  Wasser  nach  Berlin,  so  eröffnen  sich  von  hier  aus  der
Wasserverbindung  weitere  Wege  und  zwar  um  so  mehr,  wenn  die  längst  geplanten
Canäle  von  Berlin  nach  der  Oder  und  von  Berlin  nach  Rostock  zur  Ausführung  gelangt
sein  werden.  Wenn  in  1880  auf  der  Elbe  950  000  Tonnen  Braunkohlen  zumeist  für
die  Elb-Häfen  bis  Hamburg  transportirt  worden  sind,  so  wird  ein
auf  550  000  Tonnen  geschätztes  Quantum  böhmischer  Braunkohlen
            
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