300 Liechtenstein
Liechtenstein, selbständiges Fürstentum,
von der Schweiz und Tirol (Vorarlberg)
umschlossen; 178 qkm (3,24 QM.)
mit (isso) 9124 Einw. Nach der Staatsrechnung
betrugen 1870 die Einnahmen
100,586, die Ausgaben 87,904 Mk. Die
fürstlichen Mediatbesitzungen, welche 104
OM. mit 350,000 Einw. betragen, bringen
ein Einkommen von 2,800,000 Mk.
Infolge des mit Österreich bestehenden
Zoll- und Monopolvertragö führt dieses
die Verwaltung und vergütet als Ertrag
jährlich 32,000' Mk. Es gilt die österreichische
Wechselordnung. Die Staatsschuld
beträgt 350,000 Mk. Hauptort istV a duz.
Liege (spr. llehsch), s. Lüttich.
Liegnitz, Hauptstadt des gleichnamigen
Regierungsbezirks in der preuß. Provinz
Schlesien, an der Niederschlesisch-Märkischen
und Breslau-Schweidnitz-Freiburger
Bahn (Linie Frankenstein-L.-Raubten);
(1880) 37,168 Einw. Reichsbankstelle
(1880 Gesamtumsatz 149,8 Mill. Mk.),
Vorschußverein (eingetragene Genossenschaft),
Filiale der Breslauer Wechslerbank.
— Am bedeutendsten ist die Pianoforte-,
Filzhut- ii. Wollwarenfabrikation,
deren Erzeugnisse 1878 zwischen 1—1
Mill. Mk. werteten; demnächst die Fabrikation
von Handschuhen, Cigarren, Maschinen,
Tuch ic. Der Handel ist ansehnlich
; auf dem Wollmarkt (5. Juni) wurden
1877: 3016,1878: 1486 Ctr. verkauft.
Lille (svr. Uhl), Hauptstadt des franz.
Norddepartements, an der Mündung des
Deulekanals in die Lys und am Senseekanal,
Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnen;
(i87l>) 137,150 Einw. Handelskammer,
Handelsgericht; Börse, Bank von
Frankreich, Société générale, Crédit du
Nord. — Von den zahlreichen Industriezweigen
sind am bedeutendsten: die Leinenspinnerei
mit V* Mill. Spindeln und
6000 Arbeitern; die Fabrikation von Nähzwirn
mit i—5( )(^Arbeitern,von Spitzenzwirn
und Damast; die Baumwollspinnerei
mit 7a Mill. Fcinspindeln und
7 — 8000 Arbeitern; die Schafwollwcberei
und die Fabrikation von Tüll und
Spitzen rc. Außer diesen und andern
Indnstrieprodukten vertreibt der Handel:
Kolonialwaren, Wein, Branntwein, Li
— Linares.
kör, Krapp rc. 1878 betrug die Einfuhr
35 Mill., die Ausfuhr 15,8 Mill. Mk.
Ein Markt für Garn, Zwirn und Flachs
an jedem Mittwoch.
Lillesand, Hafenstadt im norwcg. Stift
Christiansand, am Skagerrak; (1876)1432
Einw. DeutschesVicekonsulatfürdenZollstättedistrikt
L.
Lima, Hauptstadt der Republik Peru,
9 km von Callao (s. d.), durch Eisenbahn
mit diesem und den Hafenstädten Chancay
und Huacho, Pisco, dem Seebad Ehorillos
sowie mit Oroya und Jauja durch die
transandinische Bahn verbunden; (i878)
101,488 Einw. (ein Viertel Weiße, Kreolen
und Fremde); Münzstätte; Handelsgericht;
Banco del Pern, Banco de L.,
Banco Raciónale del Peru, Banco de la
Providencia, London Bank of Mexico
and South America, Anglo - Peruvian
Bank.— Der Handel befindet sich ganz in
Händen von Fremden, namentlich Deutschen,
und nimmt den Weg über Callao.
— Platzgebräuche. Verkauf von Einfuhrwaren
ans 6 Monate Kredit, Ausfuhrwaren
gegen bar. Wechselkurse ans
nordamerikanische Platze 60, London 60
und 90, Paris und Hamburg 90 Tage
nach Sicht.
Limerick (spr. limm-), Hauptstadt der
gleichnam. irischen Grafschaft, am Shannon
und an der Cork-Limericker Eisenbahn
; (1871) 33,953 Einw. Deutsches Vicckonsulat;
Zollamt; Börse, Bank of Ireland,
Provincial Bank of Ireland; Kornmarkt.
Die Stadt besitzt 32Schissc von 2100
T. Wert derEinfuhr 1879:16,» Mill. Mk.,
Ausfuhr (britische Produkte) 96,660 Mk.
1879 liefen 8 deutsche Schiffe ein, 9 aus.
Limoges (spr. -mohsch), Hauptstadt des
franz. Departements Obcrvicnne, an der
Vienne und der Orleauöbahn; (i87»)
55,097 Einw. Handelskammer, Handelsgericht;
Filiale der Bank von Frankreich,
Société generale. In indnstrieller Hinsicht
steht obenan die Porzellanindustrie,
welche mit Einschluß der Malerei 4000
Personen beschäftigt. Bedeutender Handel
mit Cerealien, Wein, Spirituosen u.Vieh.
LinärcS, Stadt in der span. Provinz
Jacn, an der Eisenbahn Madrid-Cordova ;
(I860) 36,630 Einw. Deutsches Vicckonsi''