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schen noch ein gut Theil rein deutschen Blutes; der Boerendialekt
soll einem Deutschen, insbesondere einem Niederdeutschen,,
weit leichter verständlich sein als die holländische Schriftsprache.
Daß die Boeren für die ihnen so nahe verwandten Deutschen
lebhaftere Zuneigung empfinden, als für die Engländer, welche
sie stets in der ungerechtesten Weise bedrückt und verdrängt
haben, ist leicht erklärlich. Es ist wohl anzunehmen, daß eine
theilweise Ablenkung der deutschen Auswanderung von den
Vereinigten Staaten nach Südafrika das niederdeutsche Element
daselbst mächtig stärken und vor der drohenden Anglisirung bewahren
würde; dann könnte vielleicht der Traum Ernst von
Webers zur Wahrheit werden, und in Südafrika ein mächtiges
und eigenartiges Staatswesen erblühen von deutsch-holländischem,
also rein germanischem Gepräge. Es ist hoch erfreulich,
daß man endlich auch im Reiche den sich stetig mehrenden
Beziehungen Deutschlands zu Südafrika größere Sorgfalt
zuwendet, insbesondere im Hinblick auf den Aufschwung, in
welchem dieses Land nach Entdeckung der Diamanten- und Goldfelder,
der reichhaltigen Kohlenlager und anderer Mineralschätze
entschieden begriffen ist; schon hat sich in Berlin ein eigener
„Verein zur Fürder un g deutscher Interessen
in Südafrika" gebildet, an dessen Spitze Männer stehen
wie E r n st von Weber, Missionssuperintendent a. D.
M e r e n s k y , Dr. O. Kerst en und andere genaue Kenner
des Landes und seiner Hülfsquellen.
Ein beredtes Zeugniß von der Anhänglichkeit der südafrikanischen
Deutschen an ihr altes Vaterland und von den Sympathien,
welches dieses in jenem fernen Lande genießt, liefert
die überaus festliche Begehung von Kaiser Wilhelms neunzig,
stem Geburtstag in ganz Südafrika. In K a p st a d t hatten