Full text : Die Deutschen im Auslande

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baren  in  Anspruch  genommen  werden,  welche  früher  oder  später
doch  der  Ucbermacht  weichen  müssen.  Uebrigens  gereicht  die
Schwäche  der  Nachbaren  einer  Nation  keineswegs  immer  zu
besonderem  Vortheil,  denn  die  nationalen  Kräfte  bedürfen  steter
Uebung  und-Anspannung,  und  wo  diese  mangelt,  tritt  lucht
Verweichlichung  und  Zerfall  ein.  Im  Kampfe  gegen  starke
Feinde  sind  solche  Grenzen,  welche  eine  natürliche  Vertheidigungs-Unie
  bilden,  oft  von  ausschlaggebender  Bedeutung.  Wie  wir
gesehen  haben,  führt  der  Handel  dem  Volke  Reichthum  zu  und
ist  der  Reichthum  auf  das  innigste  mit  der  Macht  und  Größe
einer  Nation  verknüpft;  daher  ist  die  dem  Weltverkehr  mehr
oder  weniger  günstige  Lage  seines  Landes  von  der  größten
Wichtigkeit  für  ein  Volk.  Der  Eifer,  mit  welcher  Nationen
des  Binnenlandes  bestrebt  sind,  sich  bis  an  die  See  auszudehnen
  und  gute  Handelshäfen  zu  gewinnen,  ist  also  wohl  erklärlich.
  Mehr  als  alle  äußeren  Umstände  ist  jedoch  der  tüchtige
innere  Kern  eines  Volkes  und  seine  gut  nationale  Gesinnung
maßgebend  für  die  endliche  Entscheidung  in  dem  großen  allgemeinen
  Völkerkampfe.
Der  geschilderte  Kampf  der  Nationen  um  den  Grund  und
Boden  ist  ein  Kampf  um  das  Dasein,  welcher  im  Laufe  der
Zeit  sich  nothwendiger  Weise  zu  einem  Kampfe  um  die
Weltherrschaft  fortentwickeln  muß;  denn  es  ist  eine  ganz
natürliche  Folge  dieses  unaufhörlichen  Streites,  daß  einzelne,
kräftigere  Nationen  sich  immer  weiter  ausbreiten,  während
andere,  schwächere  zurückgedrängt  werden  und  schließlich  ganz
verschwinden,  daß  ferner  mit  den  Völkern  auch  die  Gebiete,
um  deren  Besitz  gestritten  wird,  immer  größere  werden,  bi»
schließlich  einige  wenige  große  Nationen  den  Kampf  um  die
ganze  bewohnbare  Erde  mit  einander  aufnehmen.  Die  Geschichte
            
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