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lini en des Norddeutschen Lloyd eine direkte und durch»
aus konkurrenzfähige Schiffsverbindung zwischen Deutschland
und den wichtigsten Häfen des äußersten Ostens herstellte.
Von den Freihäfen Chinas sind es besonders die Plätze
Schanghai, Kanton, Tientsin, Amoy, Futschan,
H a n k a u und S w a t a u, in welchen der deutsche Kaufmann
sich Einfluß zu verschaffen wußte. Den Mittelpunkt der deutschen
Interessen in China bildet Schanghai; die dortige deutsche Ko
lonie zählt etwa 100 Personen, Kaufleute und Gewerbetreibende,
und nahe an 30 deutsche Häuser sind hier thätig. Die Errich
tung einer deutschen Bank an diesem Platze, welche übrigens
demnächst zu erwarten steht, würde der Entwickelung des deut
schen Handels in ganz Ostaflen sicherlich ungemein förderlich
sein. Seit dem 1. Oktober 1886 erscheint in Schanghai eine
deutsche Zeitung, der „Ostasiatische Lloyd". Leider vertritt in
den Vertragshäfen Nintschwang, Ningpo, Wenchow,
Pakhoi und Kiungchow noch immer der englische Konsul
die deutschen Interessen; daß dieses in ausreichendem Maße
nicht geschehen kann, liegt auf der Hand. Von diesen Häfen
ist Nintschwang besonders zu erwähnen wegen des starken Ver
kehrs deutscher Schiffe daselbst. Aitch in Tschifu, wo die deut
schen Interessen nur durch einen kaufmännischen Nizekonsul
vertreten werden, ist der deutsche Schiffsverkehr recht bedeutend;
auch hier würde ein Berufskonsulat ohne Zweifel von großen!
Nutzen sein. Nach der „D. Kolonialzeitung" zählten im Jahre
1887 die Deutschen in China 597 Personen und 65 Firmen.
Deutschland nimmt in Betreff der Anzahl der Firmen den zwei-
ten Rang unter allen ausländischen Nationen ein und steht im
Verhältniß zu England mie 1:4. Tie stets im Wachsen be
griffene Anzahl der deutschen Firmen liefert einen untrüglichen