Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Der Voranschlag (Budget). 
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brauch an Hilfsmat erial sind zu hoch; die Folge ist nicht ein niedriger Istverbrauch, 
sondern eine Verschwendung von Hilfsmaterial oder eine Vorratshildung innerhalb 
der Abteilung, damit die Voranschlagsziffer in Zukunft nicht gesenkt wird. 
Nur wenn der Sinn des Voranschlags als Richtmaß für eine wirtschaftliche 
Betriebsführung und damit als Maßstab der Betriebs-Wirtschaftlichkeit von allen 
Mitarbeitern erkannt ist, kann er sich in dieser Hinsicht voll auswirken; als Mittel 
zur Erhaltung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes durch Vorgabe 
und allmähliche Steigerung der Voranschlagsziffern. Darm ist eine weitere Aus 
gestaltung der Voranschlagsrechnung möglich: die Ausbauung der regelmäßigen 
Kontrolle der Innehaltung des Voranschlags zur kurzfristigen Erfolgsrechnung. 
Die monatliche Abweichung der Istzahlen von den Sollzahlen auf dem Teilgebiet 
des Kostenvoranschlags zeigt die Abweichung von dem im voraus errechneten 
Gewinn oder Verlust an. Bei einem richtig aufgebauten Voranschlag wird nun 
auch erkenntlich, wo und warum ein Verlust oder Gewinn entstanden ist und wel 
che Folgerungen daraus zu ziehen sind. 
4. Voranschlag und Wirtschaftsplan. Wir haben gesehen, welche Aufgaben sich 
die Voranschlagsreohnung gestellt hat und wie sie durchgeführt wird; Voraus 
schätzung aller Tätigkeiten und Vorkommnisse des Wirtschaftsbetriebes für eine 
Zeitspanne; des Umsatzes, der Kosten, des Gewinnes, des benötigten Kapitals 
und letztlich der Rentabilität. Durch ihre Ühersichtlichkeit werden die Maß 
nahmen, die ergriffen werden müssen, erleichtert und rechtzeitig angebahnt; alle 
betrieblichen Handlungen, der betriebliche Wertefluß, werden planmäßig, und das 
bedeutet wirtschaftlich, ausgerichtet und vorbereitet. Es soll durch die Vor 
anschlagsreohnung die Durchführung der Wirtschaft, der Betrieb, geplant werden. 
Was wir in dem Voranschlag also vor uns haben, ist der Wirtschafts-Betriebsplan. 
Mit der Unternehmung hat der Wirtschafts-Betriebsplan grundsätzlich nichts zu 
tun; er beschäftigt sich mit dem „Wie“ des Wirtschaftsbetriebs, nämlich wie die 
Unternehmung am besten, am wirtschaftlichsten, in die Wirklichkeit umgesetzt 
werden kann. Worauf sich die Unternehmung erstreckt, was unternommen werden 
soll, das behandelt der Wirtschafts-Betriebsplan nicht; er setzt dies als feststehend 
voraus. 
Im zweiten Buch haben wir einen anderen Plan kennengelernt, den wir Wirt 
schaftsplan genannt haben. In diesem zweiten Buch, das die Wirtschaftsseite des 
Doppelgesichts des Gebildes „Wirtschaftsbetrieb“ darstellt, wurde gezeigt, daß 
der Wirtschaftsplan bei jeder Wirtschaft vorhanden ist, daß er bei der kapitalisti 
schen Unternehmung „Kapitalistische Grundrechnung“ heißt, und daß der Wirt 
schaftsplan das „Was“ des Wirtschaftsbetriebes begründet. Im zweiten Buch 
wurden dann im weiteren Verlauf die einzelnen Glieder der kapitalistischen Grund 
rechnung besprochen. 
Wirtsohaftsplan (kapitalistische Grundrechnung) und Voranschlagsreohnung 
sind somit grundsätzlich voneinander zu unterscheiden: der Wirtschaftsplan ist 
eine Angelegenheit der Wirtschaft, der Voranschlag eine solche des Betriebes. 
Und doch fließen beide in der Praxis in der Voranschlagsrechnung zusammen: die 
Voranschlagsrechnung schätzt in ihrem Endergebnis den Erfolg des Wirtschafts 
betriebes für eine kommende Zeitspanne ab, vergleicht die zu erwartenden Auf 
wendungen mit dem Nutzen und regt die Überlegung an; ob sich in der Zukunft 
die Durchführung der dem Wirtschaftsbetrieb gestellten Aufgabe, nämlich die 
Befriedigung eines Bedürfnisses durch die Erstellung und den Absatz von Gütern, 
lohnt oder nicht. Die Durchführung dieser Überlegung gehört dem eigentlichen 
Wirtschaftsplan, der kapitalistischen Grundrechnung an. Allerdings betrachtet 
die Voranschlagsrechnung nicht eine unbestimmte und unbegrenzte Zeitspanne, 
sondern beschränkt sich auf eine, durch die näheren Umstände gegebene, längere
	        
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