Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Wirtschaftlichkeit.

Vollzug  der  Wirtschaft  erheblich  geändert:  die  Wettbewerbsbedingungen  wurden
viel  schärfere,  dementsprechend  mußten  die  unternehmerischen  Handlungen  viel
genauer  und  auf  ihre  Wirkungen  auf  die  Wirtschaftlichkeit  durchüberlegter  sein.
Der  Voranschlag  ist  hierbei  ein  brauchbares  Mittel,  um  die  Betriebszusammenhänge
aufzudecken  und  durch  die  Herbeiführung  einer  Übersichtlichkeit  des  Wirtschaftsbetriebes ­
  die  Wirtschaftlichkeit  zu  fordern.  Somit  muß  dem  Übersichtlichkeitszweck ­
  der  Voranschlagsrechnung  die  größte  Bedeutung  zuerkannt  werden.
Als  Mittel  mengenmäßiger  Betriebsführung  steht  und  fällt  der  Wert  des  Voranschlags ­
  mit  der  Genauigkeit  der  Abschätzung  des  zukünftigen  Absatzes.  Hier
liegt  der  Angelpunkt  des  Voranschlages.  Ein  allgemeines  Urteil  zu  fällen,  ist  jedoch
unmöglich.  Es  wird  sicherlich  in  vielen  Geschäftszweigen  möglich  sein,  die  Absatzentwioklung
  des  einzelnen  Unternehmens  genau  abzuschätzen,  weil  die  Verhältnisse ­
  klar,  in  ursächlichem  Zusammenhang  stehend  sind  und  die  Entwicklung
in  ruhigen  Bahnen  verläuft.  Auf  anderen  Gebieten  sind  diese  Voraussetzungen
nicht  gegeben:  neue  Erfindungen,  politische  Ereignisse  o.  ä.  beeinflussen  den  Markt,
so  daß  eine  Abschätzung  meist  auf  dem  Papier  bleiben  muß.  Von  Vorteil  wäre,
wenn  statistische  Unterlagen  in  größerem  Umfang  zur  Verfügung  stehen  würden,
wie  dies  beispielsweise  in  den  Vereinigten  Staaten  der  Fall  ist.  Dazu  kommt  die
Schwierigkeit  der  Konjunktur  vor  her  sage.  (Jedoch  ist  andererseits  darauf  hinzuweisen, ­
  daß  durch  ein  erprobtes  Voranschlagssystem  die  Entwicklung  der  Konjunktur ­
  schneller  erkannt  und  der  Betrieb  darauf  umgestellt  werden  kann.)  Was
die  heutigen  deutschen  Verhältnisse  anbetrifft,  so  kann  gesagt  werden,  daß  mit
dem  Eintreten  klarer  politischer  Verhältnisse  die  Möglichkeiten  der  Voransohlagsrechnung
  gesteigert  worden  sind,  daß  andererseits  in  der  ungewissen  Gestaltung
des  deutschen  Exports,  der  in  vielen  Geschäftszweigen  eine  große  Rolle  spielt,  ein
starker  Unsicherheitsposten  vorhanden  ist.
Die  Schwierigkeiten,  die  dem  Voranschlag  in  der  ungewissen  Absatzgestaltung
entgegenstehen,  können  vermindert  werden,  wenn  die  Rechnung  genügend  wandlungsfähig ­
  und  dehnbar  aufgebaut  und  geführt  wird.  Es  darf  kein  Gebilde  aufgebaut ­
  werden,  das  dem  Etat  des  Staates  mit  seiner  Starrheit  nachgebildet  ist!
Gerade  das  Budget  soll  dazu  erziehen,  die  veränderten  Umstände  schnell  zu  erfassen ­
  und  den  Wirtschaftsbetrieb  darauf  umzustellen  und  anzupassen.
Auch  die  untersten  Glieder  des  Wirtschaftsbetriebes  müssen  von  diesem  Sinn
des  Voranschlags  überzeugt  sein.  Die  Zahlen  des  Voranschlags  sollen  für  sie  keine
unbedingten  Vorschriften  sein,  die  eingehalten  werden  müssen,  sondern  lediglich
als  Richtschnur  und  Anhaltspunkt  für  ihre  Handlungen  dienen.  Der  einzelne  Mitarbeiter ­
  darf  sich  nicht  als  Sklave  des  Voranschlags  fühlen,  sondern  seine  Handlungsfreiheit ­
  muß  gewahrt  bleiben.  Die  Versuche,  die  Abweichungen  von  den  Sollzahlen ­
  zur  Grundlage  der  Entlohnung  zu  machen,  sind  daher  nur  äußerst  vorsichtig
und  von  erfahrener  Hand  vorzunehmen.  Für  die  Gefahren,  die  in  einer  zu  starren
Bindung  an  den  Voranschlag  bestehen,  seien  nur  einige  Beispiele  angeführt:  einem
Vertreter  ist  die  Äbsatzmenge  vorgeschrieben.  Wenn  es  ihm  nicht  gelingt,  diese
Menge  einzuhalten,  wird  er  entweder  lustlos  und  gleichgültig  oder  er  versucht,  seine
Waren  auf  eine,  dem  Unternehmen  schädliche  Weise  abzusetzen,  sei  es,  daß  er  an
zahlungsschwache  Kunden  verkauft,  oder  daß  er  seine  Kundschaft  zu  größeren  Käufen ­
  als  von  diesen  beabsichtigt,  nötigt:  beides  Wege,  die  dem  Vertreter  zwar  die
Innehaltung  seiner  Voranschlagsziffern  erbringen,  für  die  Unternehmung  aber
schädlich  sind.  Oder:  einer  Produktionsabteilung  ist  im  Voranschlag  nur  eine  beschränkte ­
  Menge  an  Schmieröl  vorgeschrieben.  Die  Abteilung  hält  sich  an  die  zu
niedrig  bemessene  Sollziffer  und  schmiert  ihre  Maschinen  zu  wenig,  oder  streckt,
wie  dies  verschiedentlich  vorgekommen  ist,  das  Schmieröl  mit  Wasser.  Auch  hier
ist  die  Unternehmung  die  Geschädigte.  Umgekehrt:  die  Sollziffern  für  den  Ver ­
            
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