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Gefolge haben wird, ist nur noch eine Frage der Zeit; die
Vortheile, welche er beiden Theilen verspricht, sind zu außer
ordentliche, als daß man nicht alle Kräfte daran setzen sollte,
die ihm entgegenstehenden Hindernisse hinwegzuräumen. Man
darf sich freilich nicht verhehlen, daß diese Hindernisse noch immer
große sind; die Verschiedenheiten der Finanzlage, des Münz-
wesens, der Währung, das in Oesterreich bestehende Taback- und
Salzmonopol, sowie manche andere Dinge machen die Frage,
wie eine engere wirthschaftliche Einigung, die sich im Wesent-
lichen als ein Zollverein darstellen würde, durchzuführen wäre,
zu einer äußerst schwierigen. Die Vereinigung Deutschlands
und Oesterreichs zu einem einzigen großen Wirthschaftsgebiete,
zu einem Wirthschaftsgebiete, welches die Wellen der Nord- und
Ostsee einerseits, diejenigen des Schwarzen Meeres und der
Adria andererseits bespülten, welches gewaltige, durch Kanäle
mit einander verbundenen Wasserstraßen, wie der Rhein, die
Weser, die Elbe, die Oder und die Donau, sowie Eisenbahn-
linien sonder Zahl durchzögen, würde den Bewohnern beider
Länder eine nie dagewesene Aera des Wohlstandes und des
Gedeihens bringen, vorausgesetzt, daß eine weise, den Grundsätzen
Friedrich List's folgende Wirthschaftspolitik sie vor den
raffinirten Ausbeutungen feindlicher und internationaler Kapi
talmächte hinreichend zu schützen vermöchte. In diesem großen
Wirthschaftsgebiete würden die Deutschen ein gewaltiges Ueber-
gewicht besitzen über alle anderen Völker, und bald würde das
Slaventhum wieder in die ihm gebührenden Schranken zurück-
gewiesen sein. Für deutsches Kapital und deutsche Arbeitskraft
würde sich ein Gebiet eröffnen, wie es schöner und lohnender
nicht gedacht werden kann. Schmucke deutsche Bauerhäuser
würden sich erheben, wo früher der schweinestallartige Kraal des