Full text : Die Deutschen im Auslande

4)  Die  germanischen  Staaten  im  Westen
des  deutschen  Sprachgebietes.
Die  Schweiz.  Von  den  22  Kantonen  der  Schweiz  sind
folgende  15  von  einer  deutschsprechenden  Bevölkerung  bewohnt:
Zürich,  Bern  (ca  84  Prozent  deutsch,  16  Prozent  französisch),
Luzern,  Uri,  Schwyz,  Unterwalden,  Glarus,  Zug,
Solothurn,  Basel,  Schaffhausen,  Appenzell,
St.  Gallen,  Aargau,  Thurgau.  Ueberwiegend  französisch
sind  die  Kantone:  Freiburg,  Waadt,  Wallis,  Neuenburg,  Gens.
Jedoch  macht  auch  in  diesen  Kantonen,  der  sogenannten  französischen ­
  Schweiz,  das  deutsche  Element  einen  bedeutenden  Bruchtheil
  der  Bevölkerung  aus  und  ist  in  erfreulichem  Fortschreiten
begriffen;  besonders  in  den  Kantonen  Neuenburg  und  Genf
weicht  die  französische  Sprache  vor  der  deutschen  immer  mehr
zurück.  In  Waadt  ist  beinahe  ein  Zehntel,  in  Genf  überein
Zehntel,  in  Neuen  bürg  ungefähr  ein  Viertel  der  Bevölkerung
deutscher  Nationalität.  In  Freiburg  waren  im  Jahre  1880
neben  70.316  französisch  sprechenden  Personen  35,705  deutschsprechende,
  also  beinahe  die  Hälfte;  in  Wallis  waren  31,962
Deutsche  und  67,214  Franzosen.  Der  Kanton  Tessin  ist  so
gut  wie  vollständig  italienisch.  Nur  eine  Gemeinde  mit  ungegefähr
  80  Haushaltungen  ist  hier  vorhanden,  in  welcher  deutsch
gesprochen  wird;  es  ist  dieses:  die  nahe  an  der  italienischen
Grenze  gelegene  Gemeinde  Bosco.  Die  Deutschen  von  Bosco
wanderten  vor  ungefähr  600  Jahren  hier  ein  und  haben  in
dieser  langen  Zeit,  mitten  unter  den  Welschen,  ihre  Mutterspräche
  treu  bewahrt.  In  Graubünden  zählte  man  1880
neben  43,664  Deutschen  37,794  Romanen  und  12,976  Italiener.
            
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