fullscreen: Deutschlands Auslandsanleihen

Auslandsanleihen der Industrie, 
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übernahm, die nicht zu ihrem Stammbesitz gehören und liquidiert 
werden sollen, und daß sich die Liquidation schneller vollzieht, 
als ursprünglich angenommen. Es handelt sich um landwirtschaft- 
lichen und städtischen Grundbesitz (Hotels, Geschäftshäuser, 
Wohnhäuser), marktgängige Wertpapiere und langfristige Forde- 
„ungen. 
Zur Verzinsung und Tilgung der 20jährigen Anleihe der In- 
dustries ist ein halbjährlich zu ergänzender Fonds von 1 250 000 $ 
vorgesehen, der, soweit er nicht für die Zinszahlungen beansprucht 
wird, zum Ankauf oder zur Auslosung von Obligationen zu ver- 
wenden ist. Die Tilgung erfolgt also kumulativ. Die Auslosung 
arfolgt bis 1. Oktober 1941 einschließlich zu 102% %, bis 1. Ok- 
tober 1945 zu 102 %, dann zu pari, und kann anscheinend nicht 
beliebig verstärkt werden. Dagegen ist eine Kündigung im ganzen 
mit 60tägiger Voranzeige zulässig, und zwar zu 105 % bis 1. Ok- 
tober 1931, zu 104 % bis 1. Oktober 19386, zu 103 % bis 1. Oktober 
1941, zu 102 % bis 1. Oktober 1945, dann zu parl. 
Die Amsterdamsche Bank, die Internationale Bank und 
R. Mees & Zoonen legten Mitte Februar 1927 von einer 6 % nicht 
kapitalertragsteuerfreien 12-Mill.-hfl-Anleihe des Eschwe iler 
Bergwerks-Vereins, Kohlscheid bei Aachen, 8 Mill. hfl 
auf, nachdem vorher 4 Mill. fest placiert waren (angeblich in 
Deutschland). Der Verein steht seit 1913 mit der Luxemburgischen 
Aktiengesellschaft Acieries R6unis de Burbach-Eich-Dudelange 
(Arbed), die 91 % seines Aktienkapitals besitzt, in Interessen- 
yemeinschaft. Seine bei Aachen liegende, etwa 20 000 ha (91,45 
preußische Maximalfelder) ‚umfassende Steinkohlenbergwerks- 
konzession gehört zu den reichsten Westdeutschlands und ist auf 
2400 Mill. Tonnen geschätzt. Außerdem besitzt er Braunkohlen- 
felder im Umfang von 5600 ha. Er verfügt über 7 Gruben mit 
22 Schächten, 9 Batterien mit 600 Koksöfen, 3 Steinkohlenbrikett- 
fabriken, 2 Hochöfen, 13 Puddelöfen, 2 Martinöfen, 7 Walzwerke. 
Die Tilgung der Anleihe erfolgt durch Ankauf bis zu pari oder 
jährliche Auslosungen zum 1. März der Jahre 1933 bis 1952 in 
kumulativer Weise !). Ab 1. März 1937 ist eine verstärkte Tilgung 
mit dreimonatiger Voranzeige zulässig. Der Erlös der Anleihe 
dient für Betriebserweiterungen, Für die Anleihe ist keine beson- 
dere Sicherheit gestellt. Sie ist durch die Arbed insofern garan- 
tiert, als laut Interessengemeinschaftsvertrag die Arbed verpflich- 
tet ist, dem Bergwerksverein alle Mittel vorzuschießen, die er be- 
nötigt, ohne sie selbst aus eigenem Vermögen oder Anleihe zur 
Verfügung zu haben. 
Zur Konsolidierung kurzfristiger Verbindlichkeiten und zur 
Vermehrung der Betriebsmittel nahm die Felten & Guil- 
1 Die Tilgungsbeträge sind im Prospekt angegeben,
	        
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