Full text: Schutz dem Arbeiter!

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bei Steigerung der Ausgaben doch weg fallen muß? Ist es da nicht 
humaner, durch gesetzliches Verbot der Fabrikarbeit der nengegründeten 
Arbeiter-Familie klar zum Bewußtsein zu bringen, daß der Mann 
^ Familie ernähren muß und daß, wo dieses nicht möglich, die Ehe 
^ue unglückliche werden muß? Wenn das Verdienst der Frau in den 
besten Jahren der Ehe gespart, zurückgelegt würde für die spätern 
basire, wo die Kinder anwachsen, die Ausgaben steigen: dann könnte 
"'an in der That noch mit einer beschränkten Fabrikbeschäftigung, etwa 
ļlls zum ersten Wochenbett — abg eschen von den großen sittlichen 
Bedenken — sich versöhnen: aber wie oft ist dies der Fall? Im 
ästigsten Falle werden die bei Eingehung der Ehe gemachten Schul 
au bezahlt; im Uebrigen wird alles, der Verdienst des Mannes wie 
^r Fran, verbraucht. Für die Gründung der Ehe aber sollte im Voraus 
gespart werden. — In der That, wenn die Befürworter der Frauen 
arbeit sich zu dieser Consequenz bekännten: daß der Lohn der verhei- 
^atheten Frau in eine Sparkasse eingelegt würde und in der Regel 
z. B. im zehnten Jahre der Ehe ausbezahlt werden dürfte, dann 
würden ihre Argumentationen mehr Eindruck auf uns machen. 
Wir haben früher als das entscheidende Problem der Arbeiterfrage 
hingestellt: einerseits dem Arbeiter die „durchschnittliche", gewohnheits 
mäßige Lebensnothdurft in allen Lebenslagen zu sichern, anderseits die 
ìîrchschnittliche und „gewohnheitsmäßige" Lebensnothdurft, die 
Materielle und sittliche Lebenshaltung zu heben. Die ma- 
^rielle Lebenshaltung hat sich auch in der That erhöht. Die Löhne 
sind seit 40 Jahren bedeutend gestiegen, während die Preise der 
lndustriellen Producte gefallen, die der landwirthschaftlichen Pro 
zìe wenigstens bei weitem nicht in dem Maße gestiegen sind. Nur 
_ļ e Wohnungen sind theuerer geworden. Für Kleidung, Nahrung, 
^knnßmittel, Luxus und Vergnügungen wird viel mehr aus- 
Mhkben wie früher. Mit einem gewissen Recht weisen die Indu 
rì elle n darauf hin und sie sind höchst ungehalten, wenn behauptet 
MM boß die technischen, maschinellen und commerciellen Fort- 
dritte nur dem Capital zu gute gekommen seien. Auch die in- 
bļleetuelle Bildung ist im Durchschnitt, Dank dem allgemeinen 
chulzwang, der politischen Entwickelung (Presse) und dem gesteigerten 
M^hr, gestiegen. Aber wenn wir uns fragen: ob die sittliche Kraft 
ņseres Volkes gewachsen ist, ob Zufriedenheit und Familienglück 
^ühen, mehr wie früher, dann müssen wir mit Trauer constatiren, daß 
m dieser Beziehung sogar abwärts geht. Die Industrie bietet große 
fahren für Sittlichkeit und Familienleben und meistens steht das sitt- 
lC ^ e Bolksleben im umgekehrten Verhältniß zur industriellen
	        
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