Full text : Schutz dem Arbeiter!

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Ģeburten  rc.  zunimmt?  Sind  nicht  die  Erfahrungen  aus  jenen  Zeiten, ­
  wo  die  Verehelichungs-Freiheit  gesetzlich  beschränkt  war,  abschreckend
genug?"  Nun,  es  kann  nach  beiden  Seiten  hin  gefehlt  werden.  Es  ist
gewiß  sehr  verkehrt,  die  Eheschließung  gesetzlich  zu  erschweren;  aber  ist
öas  denn  richtig,  den  leichtsinnigen  Eheschließungen  Vorschub  zu
Olsten,  die  jungen  Leute  im  Irrthum  zu  lassen  über  ihre  Zukunft?
Der  junge  Mann  sott  sich  dessen  klar  bewußt  sein,  daß,  wenn  er
bìne  Familie  gründet,  dieselbe  auch  ernähren  muß;  das  Mädchen  soll
keinem  Manne  die  Hand  reichen,  welcher  ihm  nicht  eine  freie  Stellung
Hausfrau  und  Mutter,  wie  die  Erfüllung  ihrer  häuslichen  Pflichten
şie  fordert,  sichern  kann.  Beide  sollen  bei  Zeiten  sparen  für  die
^ahre,  wo  die  Zahl  der  Kinder  größer  wird,  die  Ausgaben  sich  mehren.
Dhne  diese  Garantie  ist  es  Leichtsinn,  zu  heirathen.  Gewiß  können  und
Men  leichtsinnige  Heirathen  nicht  gesetzlich  verboten  werbn,
  aber  die  jungen  Eheleute  sollen  sich  auch  über  die  Pflichten  und  die
folgen  der  Heirath  nicht  täuschen.
Wenn  man  übrigens  durch  die  Förderung  leichtsinniger  Ehen,
wo  die  Bedingungen  eines  geordneten,  glücklichen  Familienlebens  von
.^n  herein  fehlen,  die  Sittlichkeit  schützen  will,  so  ist  das  wahrlich
sehr  zweifelhaftes  Beginnen.  Gewiß,  die  industrielle  Entwicke-U"g
  hat  die  Eheschließung  sehr  erleichtert,  aber  hat  etwa  die  Zahl
er  unehelichen  Geburten  rc.  in  den  industriellen  Bezirken  und  Großiadten
  abgenommen?  Ist  sie  hier  etwa  geringer  wie  in  ländlichen
Ģken?  Und  steht  es  bezüglich  der  Sittlichkeit  z.  B.  in  den  Centren
.br  Textil-Industrie,  wo  die  Frauen  mit  verdienen,  besser,  wie  etwa
ņ  den  Gegenden,  wo  z.  B.  der  Bergbau  und  die  Eisen-Industrie
şind  'y?  die  Frauen  gar  keine  Gelegenheit  zur  Fabrikbeschäftigung
h,  Wer  die  Sittlichkeit  schützen  und  fördern  will,  festige,  schütze  und
%  das  Familienleben:  daß  die  jungen  Leute  in  ihrem  Elternsich
  glücklich  und  heimisch  fühlen,  hier  einen  sittlichen
uckhalt  finden  —  durch  Verbot  der  Fabrikarbeit  der  Mütter!  Umi
  Şşi,  wo  die  Mutter  zur  Fabrik  geht,  wird  das  häusliche  Heim  vergimeli, ­
  werden  die  Kinder  demselben  möglichst  bald  den  Rücken  kehren
Eck  fl  b  şiEchen  Folgen  aber  daraus  entspringen,  bedarf  wohl  kaum  der

KreNs  ^ne  Reihe  von  Petitionen  von  (21)  Ortskrankenkassen  der  königlich  sächsischen
der  àptmannschaft  zu  Zwickau  an  den  deutschen  Reichstag  (1886)  forderten  Aufhebung
der  ^glichen  dreiwöchentlichen  Unterstützung  unehelicher  Wöchnerinnen  seitens
Mnkcnkassen,  weil  dieselbe  die  Zahl  der  unehelichen  Geburten  zu  fördern  geeignet  sei.
            
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