fullscreen: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

und dass das konsumierende Publikum gezwungen ist, die erh&flt&p 
Preise zu bezahlen. Mit anderen Worten: es muss ein wirkliches 
Monopol vorhanden sein. Ein solches nun spricht man dem Trust 
zu und stellt dabei die Behauptung auf, er werde, sobald er die 
Zeit für gekommen erachte, die Preise sofort fühlbar heraufsetzen. 
Ich muss gestehen, dass ich in dieser Hinsicht nicht so schwarz 
sehe wie die meisten Autoren. 
Mitte der 90er Jahre, nach der Niederwerfung von Poth, hatte 
der Trust das tatsächliche Monopol in Händen. Nun betrachte 
man aber einmal die folgende Tabelle. Die Preise sind stets 
gesunken, auch unter der Herrschaft des Trusts. Vorher aller 
dings schneller, doch ist dies mit der riesig zunehmenden Pro 
duktion genügend erklärt. Bei einer weiteren Verbilligung in 
demselben sprungweisen Tempo würden sie, wie Schneider (S. 37 
seines Buches) richtig bemerkt, bald auf Null angelangt sein. 
1897, also immer noch zur Zeit des Monopols, waren sie niedriger 
als je. Seitdem stiegen sie etwas ; doch war z. B. im ganzen Sommer 
1905 der Zoll fast ebenso hoch wie der Preis der unverzollten 
Ware: ersterer nämlich 7,50 Mk., letzterer 7,80 Mk. pro IOO kg 
netto. 
Nach der Reichsstatistik stellen sich die 
Preise für amerikanisches Oel per ioo kg inkl. Fass, unver 
zollt, loco Bremen: 
1866 
Mk. 
59,8 
1870 
» 
44,3 
1875 
» 
22,2 
1880 
» 
17,2 
1881 
» 
15.8 
1882 
» 
14,3 
1883 
» 
15.5 
1884 
» 
15. 2 
1885 
* 
14,5 
1886 
Mk. 
I3>i 
1887 
» 
12,5 
188S 
» 
14,7 
1889 
» 
13,7 
1890 
» 
i3,3 
1891 
12,6 
1892 
» 
11,1 
1893 
» 
9,5 
1894 
9,7 
Die ausserordentlich billigen Preise dieser letzten Jahre sind 
eine Folge des Konkurrenzkampfes gegen die noch unabhängigen 
Bremer und Mannheimer Händler. 1895 ist allerdings eine scharfe 
Steigerung zu verzeichnen, die aber durch Oelmangel hervor 
gerufen war. (Gleichzeitig stiegen die pipe line certificates von 
2,67 Cts. i. J. 1S94 auf 4,32 Cts. i. J. 1895). Innerhalb eines 
Vierteljahres zogen die Preise um fast IOO Prozent an (April); 
doch schon im folgenden Monat waren sie wieder ca. 5 Mk. 
billiger und flauten dann stetig weiter ab. 
Tabelle siehe nächste Seite. 
Seit Mai 1901 sind die Börsennotierungen in Bremen einge-
	        
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