Full text : Die Wirkung der Getreidezölle

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rung  übrig  bleiben.  Diese  Menge  scheint,  da  sie  nicht  nur  das  zum
Brodbacken,  sondern  auch  das  zu  Mehlspeisen,  Suppen  u.  s.  \v.  verwendete ­
  Getreide  enthält,  sehr  klein,  wenn  man  sie  mit  den  zahlreichen ­
  Angaben  über  den  Verbrauch  von  Back-  und  Kochmehl
in  bäuerlichen  Familien  vergleicht,  die  man  in  den  badischen  Erhebungen ­
  über  die  Lage  der  Landwirthschaft  findet.  Doch  ist
andererseits  zu  bedenken,  dass  die  Mehlspeisen  in  Süddeutschland
eine  weit  grössere  Rolle  in  der  Volksernährung  spielen,  als  im
Norden,  wo  die  Kartoffeln  in  stärkerem  Verhältniss  an  die  Stelle
der  Getreidenahrung  treten.  Wie  weit  Gersten-  und  Hafermehl  mit
zum  Brodbacken  verwendet  wird,  kommt  für  unsere  Zwecke  nicht
in  Betracht.  Auch  brauchen  wir  nicht  näher  zu  untersuchen,  wie
sich  die  verzehrten  Mengen  von  Brod  und  Mehlspeisen  zu  einander
verhalten.  Nach  den  freilich  gewagten  Schätzungen  Keleti’s  werden
in  Ungarn  zu  letzteren  auf  den  Kopf  55,6  Kilo  an  Weizen-,  Roggen-,
Halbfrucht-  und  Maismehl  verwendet,  ausser  2,9  Kilo  Gerstenmehl,
während  der  Verbrauch  von  Brod  aus  den  erstgenannten  Getreidearten ­
  125,5  Kilo  betragen  soll,  wozu  noch  17,5  Kilo  Hafer-  und
Gerstenbrod  kommen.  Wenn  wir  den  Mais  als  Vertreter  des  Weizens
betrachten,  so  würde  jene  Mehlmenge  etwa  74  Kilo  Getreide  darstellen, ­
  der  Brodverbrauch  aber  würde,  da  die  Gewichtsvermehrung
des  Brodes  durch  Wasseraufnahme  grösser  ist,  als  der  Abgang
beim  Mahlen  des  Getreides,  etwa  einer  Körnermenge  von  115  Kilo
entsprechen,  so  dass  sich  der  gesammte  Kopfantheil  am  Getreideverbrauch ­
  für  Nahrungszwecke  zu  189  Kilo  ergeben  würde.  In  Süddeutschland ­
  mögen  die  Mehlspeisen  wohl  nicht  weniger  Getreide  in
Anspruch  nehmen,  als  die  für  Ungarn  angegebene  Menge,  dagegen ­
  dürfte  der  jährliche  Brodverbrauch  dort  beträchtlich  über
125  Kilo  hinausgehen,  wenn  er  auch  die  Ziffer  von  Paris,  wo  164
Kilo  auf  den  Kopf  gerechnet  werden,  nicht  erreichen  wird.

IV.
Nehmen  wir  nun  die  gesammte  jährliche  Bedarfsmenge  Deutschlands ­
  an  Roggen,  Weizen  und  Spelz  für  die  verschiedenen  angeführten ­
  Zwecke  rund  zu  220  Kilo  an,  so  ersehen  wir  aus  der  Ernte-
            
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