Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Das  Unternehmen  ist  das  fortschrittliche,  die
Wirtschaft  das  konservative  ökonomische  Prinzip,
darum  schreitet  sie  in  gewohnten  Bahnen,  während  das  Unternehmen
neue  Wege  einschlägt.  Der  Unternehmer  strebt  über  seine  Bedürfnisse ­
  zu  produzieren,  um  den  Überschuss  zu  Kapital  machen  zu
können,  so  lange,  bis  das  gesammelte  Kapital  durch  seine  Erträgnisse ­
  die  Bedürfnisse  der  früher  unternehmenden,  jetzt  wirtschaftenden ­
  Person  zu  decken  im  stände  ist,  also  die  Wirtschaft  ermöglicht. ­

Dás  Unternehmen  ist  jene  Thätigkeit,  welche  erstens  auf  die
Deckung  des  Bedarfes  und  zweitens  auf  die  Erwerbung  neuen  Vermögens ­
  gerichtet  ist,  während  die  Wirtschaft  nur,  erstens  die  auf
die  Deckung  des  Bedarfes  und  zweitens  auf  die  Erhaltung  ihres
Vermögens  bedachte  Thätigkeit  darstellt.  Der  Ertrag  des  Unternehmens ­
  daher  ist  unbekannt,  der  Ertrag  der  Wirtschaft  unschwer
zu  berechnen;  er  ist  beim  Unternehmen  der  Unternehmergewinn,  bei
der  Wirtschaft  die  Rente.
Es  ist  klar,  dass  eine  Wirtschaft,  also  die  konservative  ökonomische ­
  Thätigkeit,  zum  Unternehmen  werden  kann,  wenn  sie  neue
fortschrittliche  Elemente  in  sich  aufnimmt,  wenn  sie  es  unternimmt,
neue  Kapitale  zu  bilden;  dann  wird  sie  auch  neue  Bahnen  einschlagen
  und  ihr  Ertrag  wird  unbestimmter  werden,  er  wird  in
jener  Quote,  welche  den  gewohnten  Wirtschaftsertrag  übersteigt,
Unternehmergewinn  sein.  So  können  in  die  Wirtschaft  als  integrierende ­
  Bestandteile  derselben,  die  eben  wieder  die  Fähigkeit  und
das  Streben  in  sich  tragen,  zu  Wirtschaften  zu  werden,  Unternehmungen ­
  fallen.  Das  thut  die  alte  Wirtschaft  zur  Selbsterhaltung
gegenüber  dem  Fortschritte;  denn  die  reine  Wirtschaft,  eine  Wirtschaft, ­
  die  stille  steht,  wird  von  den  rings  um  sie  her  entstehenden
Unternehmungen  überflügelt.  Unternehmung  und  Wirtschaft  kämpfen
den  Kampf  ums  Dasein.  Wiewohl  in  diesem  Kampfe  beiderseitig
eine  Gefahr  liegt,  ist  dieselbe  in  Bezug  auf  die  Wirtschaft  doch
weit  geringer;  denn  naturgemäß  ist  das  ältere  Dasein  widerstandsfähiger, ­
  und  in  wirtschaftlich  sicheren  Zeiten  und  Verhältnissen
erscheint  auch  der  Bestand  der  Wirtschaft  fast  ganz  gesichert,
dagegen  ist  jedes  und  auch  das  kleinste,  das  einfachste  Unternehmen
mit  mannigfachen  Gefahren  verbunden,  und  es  wird  sich  auch  nicht
eines  nachweisen  lassen,  welches  ganz  gefahrlos  wäre.  Es  gilt  dies
von  allen  Arten  des  Unternehmens,  welche  wir  nach  historischer  Betrachtung ­
  und  empirischer  Auffassung  unterscheiden,  von  den  Natural-,
            
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